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Do | 19.04.2012 | 19.30 Uhr

Prof. Dr. Ernst Pernicka, Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Universität Tübingen, und Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie,  Mannheim

Neue naturwissenschaftliche Methoden in der Archäologie VII

Woher stammt das prähistorische Gold ?
Herkunftsanalysen von Metallfunden und ihre wirtschafts-
geschichtliche Bedeutung

Gold kommt in der Natur als Metall vor und dies führt oft zur Vermutung, dass es relativ einfach sein sollte, seine geologische Herkunft zu bestimmen. Anders als bei Kupfer, dessen chemische Zusammensetzung inklusive des Spurenelementmusters auf dem Weg vom Erz zum Metall stark verändert wird, scheint das bei Gold nicht der Fall zu sein. Leider stimmt diese Vermutung nicht, wie mehrere experimentelle Studien gezeigt haben.
Ein weiterer Hinderungsgrund ist die Tatsache, dass Naturgold fast immer sehr rein auftritt außer einem fast immer vorhandenen beträchtlichen Silbergehalt. Deshalb war es bislang schwierig, die Herkunft von Gold aufgrund seines Spurenelementmusters zu ermitteln, weil die analytischen Methoden nicht genügend nachweisstark waren. Dennoch gelang es A. Hartmann am Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart mehrere tausend archäologische Goldobjekte mittels Atomemissionsspektrometrie zu analysieren und anhand ihrer chemischen Zusammensetzung in verschiedene Gruppen zu klassifizieren, deren Verbreitung in Raum und Zeit die Grundlage für kulturhistorische Schlussfolgerungen bildete. Diese wurden allerdings nicht allgemein akzeptiert, vor allem, weil zu wenige Vergleichsanalysen von Naturgold zur Verfügung standen. Mit dem Fortschritt der Analysetechnik mittels Laserablation und Plasmamassenspektrometrie eröffnen sich auch neue Perspektiven für Herkunftsuntersuchungen von Gold.

B1

Goldlunula aus Schulenburg b. Hannover,
Frühe Bronzezeit (Nds. Landesmuseum Hannover)

© Niedersaechsischer Landesverein fuer Urgeschichte e.V.