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Do | 23.02.2012 | 19.30 Uhr

Gemeinsamer Vortrag des Historischen Vereins für Niedersachsen und des Nds. Landesvereins für Urgeschichte

Cand.-phil. Jan Alexander Müller, Hamburg

Hof, Burg und Stift Harsefeld. Archäologische und historische Befunde zur Genese eines Zentralortes des Geschlechts der Udonen im frühen und hohen Mittelalter

Seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts fanden wiederholt Grabungen in der Ortschaft Harsefeld (südlich von Stade gelegen). Anlass der ersten Grabungskampagne von 1981-84 war die geplante Neugestaltung des sog. „Forstamtsgartens“, einer parkähnlichen Freifläche mitten in der Ortschaft Harsefeld.
Im Zuge der Grabungen konnten die Baubefunde des Benediktinerklosters Harsefeld gesichert werden, welches als Erzabtei auch noch über die Zeit der Reformation bestand hatte. Die Ergebnisse dieser Grabung liegen bereits als Monographie vor. Von 1991-95 und letztmalig 2006 fanden weitere Grabungskampagnen mit dem Ziel statt.
Dabei konnten die Reste eines durch einen Graben und Palisadenwall gesicherten Gehöftes des 9./10 Jhs. sowie Teile einer nachfolgenden Ringwallanlage des 10. Jhs. mit den Resten der dazugehörigen Innenbebauung erfasst werden. Dazu gehören auch die Überreste mehrerer Steingebäude, darunter ein Sakralbau in dem sich eine Grablege befindet. Laut schriftlicher Nachrichten errichteten die Udonen in Harsefeld 969 eine Befestigungsanlage, in der sie später auch ein Stift und das Kloster Harsefeld gründeten. Nahmen die Udonen in späterer Zeit ihren Hauptsitz in dem verkehrsgünstigeren und für seine Bedeutung für den Handel bekannten Stade, bestatteten sie aber nachweislich weiterhin in Harsefeld, was die Bedeutung Harsefelds als „geistig-ideelles“ Zentrum der Udonen unterstreicht. Das Anliegen der Arbeit und des Vortrages sind die systematische Aufarbeitung und Darstellung der archäologischen Quellen und deren Einbettung in den historischen Kontext.
 

© Niedersaechsischer Landesverein fuer Urgeschichte e.V.