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Do | 12.01.2012 | 19.30 Uhr

Neue naturwissenschaftliche Methoden in der Archäologie IV

Jun.-Prof. Dr. Johannes Krause, Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität, Tübingen

Was macht den Mensch zum Menschen: Einsichten aus Urmenschen-Genomen

Der genetische Vergleich von modernen Menschen und ihren ausgestorbenen Verwandten gibt uns Aufschlüsse über deren Verwandschaftsverhältnisse und ermöglicht die Identifizierung von genetischen Veränderungen die zum modernen Menschen führten. 
Mit Hilfe von neuesten Hochdurchsatzsequenziertechnologien und der Entwicklung neuer Analysen und DNA Aufbereitungsmethoden ist es gelungen, das Genom von zwei ausgestorbenen Urmenschen zu entschlüsseln, des Neandertalers und des im Jahr 2010 erstmals beschriebenen Denisova-Menschen. Die Analyse ergab eine nähere Verwandtschaft von Neandertalern und menschlichen Populationen außerhalb Afrikas, sowie einer genetischen Vermischung von Denisova-Menschen und heutigen Menschen aus Südostasien. Zusätzlich konnten Gene identifiziert werden, die in der menschlichen Evolution unter positiver Selektion standen, sich bei Mensch und Neandertaler unterscheiden und wichtig sind für Metabolismus, kognitive Fähigkeiten und Knochenbau.

 

Archäologische Vorträge: Neue naturwissenschaftliche Methoden in der Archäologie

In den vergangenen Jahrzehnten haben naturwissenschaftliche Methoden immer mehr zur Klärung archäologischer Fragen beigetragen. Großen Raum nahm in der frühen Archäologie die Datierung kultureller Hinterlassenschaften ein. Sie wird heute oft durch naturwissenschaftliche hochpräzise Verfahren erledigt. Ebenso beeindruckende Erfolge wurden bei der zerstörungsfreien Erkundung archäologischer Fundstellen erzielt. Außerdem steht eine Fülle naturwissenschaftlicher Verfahren zur Analyse der Reste von Pflanzen und Tieren sowie des Menschen und seiner kulturellen Hinterlassenschaften zur Verfügung. Sie liefern wichtige Informationen zur Umwelt und zu kulturellen Phänomenen, wie z.B. die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse menschlicher Gemeinschaften. Die Vortragsreihe will über neuere Entwicklungen informieren.
S. Veil
 

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