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Do | 08.01.2015| 19.30 Uhr

TerraY - HighTech Römer IV

Dr. Ronald Bockius Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz

Germanisch oder Römisch? Spuren mediterran -
gallorömischer Technik im nordeuropäischen Schiffbau
(Beispiel Nydam-Boote)

Das um 320 n. Chr. gebaute Nydam-Boot in Schleswig sowie andere
kaiserzeitliche Plankenfahrzeuge aus dem Nord-Ostsee-Raum gelten
der Forschung als Vertreter einer eigenständigen Bootsbautradtion,
die später auch das geklinkerte Wikingerschiff deutlich prägte und
sich im nordeuropäischen Schiffbau bis in die Moderne als techno-
logisches Kontinuum fortgesetzt hat. Überregionale Betrachtung
altweltlichen Schiffbaus sowie Vergleiche handwerklicher und
prozesstechnischer Spuren revidieren jenes Bild im Ansatz: Unter
Einbeziehung mediterraner und provinzialrömischer Schiffsfunde
und ikonographischer Quellen verfolgt der Referent die Ursprünge
germanisch-südskandinavischer Klinktechnik versus überlappender
Bauart; zudem benennt und vergleicht er Nachweise antiken Riemen-
antriebes, der Nahtabdichtung, Holzverbindungen und spezifischer
Ausstattung. Dabei werden technologische und schiffstypologische
Verbindungen zum Schiffbau in den römischen Provinzen aufgezeigt
und am Beispiel früher Bootsgräber und Mooropfer die Beteiligung
elitärer Gruppen innerhalb der maritimen Gesellschaft an Techno
logietransfer reflektiert.

T2014_B2

Nydamschiff (Foto: R. Bockius).

© Niedersaechsischer Landesverein fuer Urgeschichte e.V.