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Newsletter November 2020

 

Sollte der Newsletter nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier:
http://www.landesverein-urgeschichte.de/Newsletter/Archiv/na.php?showEntry=0&selectedYear=2020

Inhalt:
1. Veranstaltungen des Landesmuseums
2. Veranstaltungen des Nds. Landesvereins für Urgeschichte
3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen
4. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet,
gegliedert nach Niedersachsen, Deutschland und aus aller Welt...

 

1. Veranstaltungen des Landesmuseums
- Änderungen vorbehalten -



In Anbetracht der stark ansteigenden Infektionszahlen verweisen  wir im Hinblick auf die Öffnungszeiten und die Durchführung von Veranstaltungen auf die offizielle
Homepage des Nds. Landesmuseums

 

Sonderausstellungen 

Vom 10.07. 2020 bis 11.04 2021
duckomenta – das weltenentenmuseum

Vorschau:
04.12.2020 bis 25.05.2021
kinosaurier, zwischen fantasie und Forschung

Führung:

Die Highlights der Archäologie:
Fr., 27.11.2020, von 15:30 bis 16:30 Uhr
Für die ganze Familie
Mit Anmeldung /   Treffen im Museumsfoyer

Museumseintritt + 2,50 €

Vortrag:

Mi. 11.11. von 15:30 bis 16:30 Uhr
Mumien aus dem Moor
Vortrag: PD Dr. Gaedtke-Eckardt
Mit Anmeldung
Museumseintritt + 2,50 €

 

2. Veranstaltungen des Niedersächsischen Landesvereins für Urgeschichte
Änderungen vorbehalten - 

Vortrag:  

Do. 12.11.2020 von 18:30 bis 20:00 Uhr
Wohnen und Leben am See-Glücksfall der Forschung: Eine bronzezeitliche Siedlung mit Feuchtbodenerhaltung in Bruszczewo, Polen
Vortrag: Dr. Jutta Kneisel
, Christian-Albrecht-Universität Kiel

Hinweis:
Der Vortrag wurde nach Abstimmung mit der Vortragenden wegen der stark ansteigenden Infektionszahlen abgesagt.

 


3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen

 

Vorträge der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover (NGH)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

Vorträge der Ethnologischen Gesellschaft Hannover e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

ArchAN, Archäologischer Arbeitskreis Niedersachsen e.V.
Hier haben Sie Zugang zum Terminkalender des ARCHAN... 
Auf www.archan-nhb.de können Sie auch die aktuelle Sondengängerbroschüre 2019 herunterladen

Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege und Gesellschaft für Denkmalpflege in Niedersachsen e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Veranstaltungen des Landesamtes......
Hier kommen Sie auf die Seite der Gesellschaft für Denkmalpflege....

Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V. (FAN)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020... 

Veranstaltungen der Freunde für Archäologie im Braunschweiger Land (FABL)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020....

Paläon, Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere
Hier kommen Sie auf die Homepage...

Archäologischen Gesellschaften in Sachsen-Anhalt (AGISA)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

Archäologische Kommission für Niedersachsen 
Hinweis: Die Archäologische Kommission hat eine neue Homepage: www.ak-niedersachsen.de

 

4a. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Niedersachsen...

 

Einzigartiger Fund: Archäologen stoßen in Northeim auf Spuren aus der Eisenzeit
Quelle: HNA vom 05.10.2020 (Michael Capar)

Archäologen stoßen in Northeim (Niedersachsen) auf einen spektakulären Fund aus der Eisenzeit.

Northeim – Überreste eines Gehöftes aus der frühen Eisenzeit haben Archäologen bei Grabungen an der Detlev-Karsten-Rohwedder-Straße 3 in Northeim entdeckt. 15.000 Quadratmeter ist das Grundstück groß, auf dem die Firma Kälte-Klima GmbH seit September einen Neubau für ihre 66 Northeimer Mitarbeiter errichtet. 

Routinemäßig wurden drei jeweils 110 Meter lange, archäologische Sondierungsstreifen quer über das Gelände angelegt. Im nordöstlichen Bereich stieß die Firma Goldschmidt Archäologie & Denkmalpflege aus Düren bei Aachen auf Siedlungsreste. „Bei weiterführenden Grabungen entdeckten wir knapp 50 Pfostengruben eines Gebäudes aus der Zeit um 700 vor Christus“, sagt Martin Müller, der die Arbeiten zusammen mit Björn Bowen und drei polnischen Kollegen aus Krakau, den Brüdern Pawel und Piotr Szczepanik sowie Krzysztof Rak, vornahm.
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Grabungstechniker auf einem archäologischen Grabungsfeld in Northeim

Entdeckten Pfostenlöcher und Keramikscherben aus der Eisenzeit: von links Martin Müller, Pawel Szczepanik, Krzysztof Rak, Piotr Szczepanik und Björn Bowen. © Michael Caspar

 

Einer der größten bronzezeitlichen Goldfunde Mitteleuropas wird neu präsentiert
Quelle: Arch. Online vom 09.10.2020 (Forum Gesseler Goldhort / AB)

Ein neuer Platz für einen sehr alten Schatz: Am Samstag, 3. Oktober 2020, öffnete das »Forum Gesseler Goldhort« am Kreismuseum Syke. Der Gesseler Goldhort ist einer der größten mitteleuropäischen Goldfunde der Bronzezeit und gilt als archäologische Sensation. Seinen Namen verdankt er seinem Fundort im gleichnamigen Ortsteil von Syke in Niedersachsen. Die 117 Einzelstücke bilden nun das Herzstück einer umfangreichen Ausstellung im Museumsneubau.

Bis Ende März 2021 kann der vollständige Schatzfund besichtigt werden. Ab April 2021 bleiben drei wechselnde Originalstücke zusammen mit hochwertigen Repliken der restlichen Funde als Dauerleihgabe in Syke.

Die besondere Architektur des neuen Museums erlaubt es, den Schatz auf besondere Weise in Szene zu setzen: Über dem Ausstellungsraum erhebt sich eine zwölf Meter hohe pyramidale Decke, die sich in ein Oberlicht öffnet. Direkt unter dem Oberlicht ist die Vitrine des Goldhorts positioniert. »Der Gesseler Goldhort strahlt in seiner Bedeutung weit über den Landkreis hinaus. Uns ist es daher wichtig, sowohl mit dem Museumsgebäude selbst als auch durch die Inhalte der Ausstellung einen neuen Akzent für unsere Region zu setzen«, so Landrat Cord Bockhop.
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Gesseler Goldhort

Der Gesseler Goldhort. Foto: M. Strohmeyer, Landesmuseum Hannover

Wo der Neandertaler seine Beute verspeiste
Quelle: WELT vom 29.09.2020 (Sonja Wurtscheid)

Die Einhornhöhle ist die größte begehbare Höhle im Westharz und eine wahre Schatztruhe für Wissenschaftler. Über viele Generationen hinweg hat der Neandertaler den Ort besucht und zu einer regelrechten Werkstatt gemacht.

D
en glitschigen Pfad zwischen Bäumen hin zur Ausgrabungsstelle kennt Ralf Nielbock wie kaum ein anderer. Seit mehr als 35 Jahren erforscht der Geologe die Einhornhöhle bei Scharzfeld im Landkreis Göttingen. In dieser Woche starten neue Ausgrabungen. Ziel sei es, genauer zu erfahren, was die Neandertaler an der Höhle gemacht hätten, sagt Grabungsleiter Dirk Leder vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Das achtköpfige Forscherteam bearbeitet zwei Plätze: den ehemaligen Eingang der Höhle und einen Teil im Inneren.

Die beiden Orte trennt eine Schicht Sedimente, nur drei Meter liegen dazwischen, wie Höhlenbetreiber Nielbock erklärt
. „Vielleicht ist das Spannendste auch gerade da.“ Aufmachen werden sie den ehemaligen Eingang aber nicht. Wasser würde hereinlaufen, das Höhlenklima verändert. Auch Sicherheitsgründe sprächen dagegen.
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Weiterer Artikel:
Clausthalerin auf den Spuren des Neandertalers
Quelle: Arch. Online vom 25.09.2020 (TU Clz /AB)


01.09.2020, Niedersachsen, Scharzfeld: Nebel ist in der "Blauen Grotte" zu sehen. Die Einhornhöhle gilt als Schlüsselfundplatz für die Erforschung des Neandertalers im Norden. Ziel der diesjährigen Forschungen ist es, den Eingangsbereich zur Höhle weiter zu erschließen. Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Einhornhöhle gilt als Schlüsselfundplatz für die Erforschung des Neandertalers im Norden; Quelle: dpa

 

 

4b. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Deutschland...

Unterschlagener Bronzeschatz: Raubgräber zu Geldstrafe verurteilt
Quelle: HAZ vom 22.09.2020 (RND/dpa)

Weil er einen 3100 Jahre alten Bronzeschatz unterschlagen hatte, ist ein Raubgräber am Dienstag zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Merseburg befand den 39-Jährigen für schuldig.

Merseburg. Das Amtsgericht Merseburg hat einen Raubgräber zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht befand den 39 Jahre alten Mann am Dienstag der Unterschlagung eines 3100 Jahre alten Bronzeschatzes für schuldig. Dafür verhängte es eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen je 40 Euro. Weil diese mit einer vorhergehenden Strafe zusammengefasst wurde, kam für den Angeklagten eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen je 40 Euro heraus. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft haben angekündigt, auf Rechtsmittel zu verzichten.
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An drei Orten: So läuft Nürnbergs bislang größte archäologische Grabung
Quelle: nordbayern vom 24.09.2020 (Hartmut Voigt)

NÜRNBERG - Die größte archäologische Grabung, die es jemals in Nürnberg gab, bringt erste, bedeutende Ergebnisse: So legte man bei Boxdorf im Knoblauchsland Reste eines Töpferzentrums frei, in dem vor gut 3000 Jahren Schalen, Krüge und Tassen gebrannt wurden. Doch eine entscheidende Frage bleibt ungelöst.

Von 1300 bis 800 vor Christus existierte bei Boxdorf eine feste Siedlung, in der zwischen 100 und 250 Einwohner lebten. Doch um 800 vor Christus wurde das Dorf verlassen: Die Menschen siedelten nun für Jahrhunderte in einzelnen Gehöften, um sich später erneut zu Dorfgemeinschaften zusammenzuschließen.

Warum? "Es ist ein europaweites Phänomen, das die Wissenschaft nicht erklären kann", bedauert Stadtarchäologe John Zeitler, "es ist so, als hätte es über den gesamten Kontinent eine Lautsprecherdurchsage gegeben: ,Die Urnenfelderzeit ist zu Ende, geht weg von den Siedlungen und baut Gehöfte.‘"
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Die Wissenschaftler haben die Untersuchungen bei Boxdorf nahezu abgeschlossen.

Die Wissenschaftler haben die Untersuchungen bei Boxdorf nahezu abgeschlossen. © Foto: Eduard Weigert

 

Y-Chromosomen von Neandertalern und Denisovanern entziffert
Quelle: Max-Planck-Ges. vom 24.09.2020

Neandertaler haben männliches Geschlechtschromosom vom modernen Menschen übernommen

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Martin Petr und Janet Kelso vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat die Y-Chromosomen-Sequenzen von drei Neandertalern und zwei Denisova-Menschen bestimmt. Diese Y-Chromosomen liefern neue Einblicke in die Verwandtschaftsbeziehungen und Populationsgeschichten archaischer und moderner Menschen, einschließlich neuer Belege für einen lange zurückliegenden Genfluss von sehr frühen modernen Menschen hin zu Neandertalern. Die Daten zeigen, dass diese Interaktionen für die Neandertaler von Nutzen gewesen sein könnten, da der Genfluss zu einem vollständigen Austausch der Y-Chromosomen der Neandertaler führte.
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Originalveröffentlichung:
The evolutionary history of Neanderthal and Denisovan Y chromosomes in Science; September 25th, 2020; Martin Petr und Janet Kelso et al.

 

Ausgrabungen am Heiligenberg: „Ich glaube, da ist was“
Quelle: Weser Kurier vom 25.09.2020 (Micha Bustian)

Ausgrabungen am Heiligenberg gibt es schon seit vielen Jahren. In diesem Jahr suchen Studenten aus Halle, Hamburg und Berlin nach Pfostenlöchern.

Heiligenberg. „Ich glaube, das ist was.“ Timo Feike hat sie sofort gesehen, die dunklere Farbe des Bodens, auf dem er gerade kniet. Der Student aus Halle sucht auf dem Heiligenberg nach Pfostenlöchern. Pfostenlöchern, die zu einem mittelalterlichen Gebäude gehört haben könnten. Dafür hat er sich gemeinsam mit seinen Kommilitoninnen Beatrice Wollny, Wiebke Lüdtke und Lisa Peters etwa einen Meter tief hineingegraben in die Streuobstwiese neben dem Neubau des Gebäudeensembles am Heiligenberg. Mit dem Stukkateur-Spachtel zeigt der Archäologe auf ein winziges schwarzes Teilchen. „Das ist Holzkohle. Das heißt, dass der Boden hier zumindest bewegt worden ist.“
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Michael Braunschädel

Bei der Arbeit: Lisa Peters (von links), Beatrice Wollny, Timo Feike und Wiebke Lüdtke suchen nach Pfostenlöchern. (Michael Braunschädel)

Archäologische Ausgrabungen in Neckarau
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 30.09.2020 (Harald Berlinghof)

Siedlungsspuren werden genau untersucht - Älteste Funde stammen wohl aus dem 11. und 12. Jahrhundert

Mannheim. Das Gelände in der Neckarauer Luisenstraße mit der Hausnummer 8 wird seit dem Mittelalter von Menschen genutzt – mindestens. Als der Besitzer die aus dem 19. Jahrhundert stammende, marode und nicht unter Denkmalschutz stehende Bebauung abreißen ließ, weil er dort ein Altenheim mit betreutem Wohnen errichten lassen will, wurden zunächst die Untere Denkmalbehörde der Stadt Mannheim und dann auch die Reiss-Engelhorn-Museen aufmerksam. Und in der Folge das Landesamt für Denkmalpflege, angesiedelt in Stuttgart mit Außenstelle in Karlsruhe.
…..
Die ältesten Funde stammen schätzungsweise aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Aus anderen Grabungs-Sichtungen kann man schließen, dass in der Zeit vor dem 19. Jahrhundert, vermutlich im 16. Jahrhundert, an dieser Stelle sogenannte Pfostenständer-Häuser in einer Fachwerkbauweise mit Lehmwänden standen. Es gab kein Steinfundament, die Häuser wurden von dicken, in den Erdboden gerammten Stämmen getragen.
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Foto: Proßwitz

Funde aus dem Gauting vor 1500 Jahren: Archäologen eröffnen neue Einblicke
Quelle: Merkur.de vom 05.10.2020  (Christine Cless-Wesle)

Am Krapfberg sind wundervolle Stücke aus der Zeit vor 1500 Jahren gefunden worden. Die Gesellschaft für Archäologie Oberes Würmtal gewährte nun einen ersten Blick auf Grabbeigaben, von denen einige erst heuer gefunden worden waren.

Gauting – Bisher noch nie gezeigte Fundstücke präsentierte Karl Ludwig Hebler, Vorsitzender der Gesellschaft für Archäologie Oberes Würmtal, etwa 30 Gautingern beim jüngsten Jour fixe. Die wertvollen Funde – etwa ein reich verzierter, komplett erhaltenen Kamm – stammen aus den Grabungen auf dem gemeindlichen Grundstück Krapfberg 5 Ende 2018 (wir berichteten) sowie heuer im März und lagern zu weiteren Untersuchungen im Landesamt für Denkmalpflege.

Der Vorsitzende war bei den jüngsten Grabungen vom Team „3 Archäologen GbR“ zum Teil mit von der Partie. Auf dem Grundstück am Krapfberg, einst Heimat der Gautinger Tafel, hatten Archäologen im Auftrag des Landesamts bereits die zweite Grabung gestartet. Denn die Gemeinde will das Grundstück in Top-Lage verkaufen. Vor dem Eingang zum inzwischen verlassenen Tafel-Gebäude sei zunächst eine dunkle Verdachtsfläche markiert worden, berichtet Hebler. An den Folgetagen seien zwei Skelette geborgen worden. Die Experten vermuteten, dass an dieser Stelle zwei hochrangige bajuwarische Krieger beigesetzt worden waren. An Hand der Schmucksteine werden die Gräber auf die Zeit um das Jahr 520 datiert. Aus Furcht vor Grabräubern mussten die Archäologen die Funde sofort bergen und zu weiteren Untersuchungen ins Landesamt transportieren, berichtete Hebler weiter.
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Fundstücke von besonderem Wert: eine noch ungereinigte Speerspitze aus dem Grab eines bajuwarischen Kriegers.

Fundstücke von besonderem Wert: eine noch ungereinigte Speerspitze aus dem Grab eines bajuwarischen Kriegers.
© Karl Ludwig Hebler

 

Prunkgrab eines Keltenfürsten in 80-Tonnen-Block geborgen
Quelle: WELT vom 07.10.2020 (Florian Stark)

Mit einer spektakulären Blockbergung haben Archäologen ein vermutlich intaktes Fürstengrab auf der Heuneburg in Oberschwaben geborgen. Die keltische Elite dieser frühen Stadt verfügte über weitreichende Kontakte bis ans Mittelmeer.

F
ür einige Forscher gilt die Heuneburg unweit von Sigmaringen als älteste Stadt auf deutschem Boden. Auf einem Bergsporn hoch über der Donau gelegen, war der Ort in der frühen Eisenzeit wohl der Sitz von Fürsten, die gemeinsam mit ihren Gefolgsleuten eine gut befestigte Siedlung bewohnten.

Wie differenziert diese Gesellschaft bereits war, haben zahlreiche Funde gezeigt, die seit den 1950er-Jahren auf der Heuneburg gemacht wurden. Auch der jüngste verspricht eine Sensation: ein Fürstengrab, das auf einem Acker beim nahen Herbertingen entdeckt und nach Ausweis der ersten Funde noch nicht von Grabräubern ausgeplündert wurde. So hat eine Sondagegrabung ergeben, dass die Hölzer der Grabkammer und auch Grabbeigaben aus organischen Materialien teilweise noch erhalten sind.
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06.10.2020, Baden-Württemberg, Herbertingen: Zwei Schwerlastkräne heben einen rund 80 Tonnen schwerden und acht mal sechs Meter groß Block an, damit dieser anschließend in die Labore des Landesamts für Denkmalpflege transportiert werden kann. In dem Block befindest sich ein großes und aufwändig gestaltetes Kammergrab, das aus dem sechsten Jahrhunderts vor Christus stammt - eine Grabkammer mit frühkeltischem Prunkgrab. Erste Funde, darunter Grabbeigaben aus Gold und Bernstein, lassen erahnen, dass in der Grabkammer eine bedeutende Persönlichkeit mit reicher Ausstattung bestattet worden ist, wie es in der Pressemiteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart heißt. (Aufname mit Drohne) Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In diesem Block wurde das Grab aus dem Boden gehoben

Quelle: dpa

 

Kinderskelett aus der Keltenzeit entdeckt
Quelle: SZ vom 09.10.2020 (dpa / syn)

Nach Angaben des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege war der Bub etwa neun bis zwölf Jahre alt und soll irgendwann zwischen 480 und 100 vor Christus gelebt haben.

Im schwäbischen Nördlingen haben Archäologen bei Bauarbeiten das Skelett eines Buben aus der Keltenzeit gefunden. Wie das bayerische Landesamt für Denkmalpflege am Donnerstag mitteilte, war der Bub etwa neun bis zwölf Jahre alt. Er lebte irgendwann zwischen 480 und 100 vor Christus. Da das Skelett ohne Beigaben auf einer Schicht aus Siedlungsmüll gefunden wurde, gehen die Forscher davon aus, dass das Kind aus einer niedrigen sozialen Schicht stammte.
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Skelett eines keltischen Jungen bei Bauarbeiten gefunden

Da das Skelett ohne Beigaben auf einer Schicht aus Siedlungsmüll gefunden wurde, gehen die Forscher davon aus, dass das Kind aus einer niedrigen sozialen Schicht stammte.  (Foto: Landesamt für Denkmalpflege/dpa)

Viele Frauen wurden massakriert – tobte an der Tollense gar keine Schlacht?
Quelle: WELT vom 12.10.2020 (Florian Stark)

Die Schlacht, die 1250 v. Chr. an der Tollense in Mecklenburg geschlagen wurde, gilt als die erste in Europa. Es waren ungewöhnlich viele Frauen dabei. Neue Funde machen nun eine andere Deutung denkbar.


U
m 1250 v. Chr. hatte der kriegerische Fortschritt offenbar auch den Norden Mitteleuropas erreicht. An einem Flüsschen im heutigen Mecklenburg-Vorpommern kam es zu einer Schlacht, die vielleicht 1000 Opfer forderte. Mangels ähnlicher Funde hat sich die Deutung durchgesetzt, dass das Treffen an der Tollense nördlich von Neubrandenburg in der späten Bronzezeit als die älteste Schlacht auf europäischem Boden gilt.

Doch es könnte auch etwas anders gewesen sein. Diesen Schluss zieht der Landesarchäologe Detlef Jantzen aus den jüngsten Analysen der Funde. So passen auch die Ergebnisse der neuesten DNA-Untersuchungen nicht zu der lange vertretenen These, dass an der Tollense Invasoren aus dem Süden auf einheimische Gruppen trafen. Vielmehr ähnelt das Erbgut von zwölf Männern und zwei Frauen, deren Knochen ausgegraben wurden, dem der heutigen Nord- und Mitteleuropäer. Es sei sehr inhomogen, sie seien also nicht miteinander verwandt gewesen, heißt es. Daraus schlussfolgern die Wissenschaftler, dass es sich nicht um Einheimische und Fremde handelte, die gegeneinander kämpften, und nicht um eine Invasionsarmee, die aus dem Süden kam.
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ARCHIV - 06.05.2014, Mecklenburg-Vorpommern, Wiligrad: Osteoarchäologin Ute Brinker untersucht im Archäologischen Landesamt Knochenteile aus der Zeit 1300 vor Christus. Mehr als 12 000 menschliche Knochen wurden bei der Ausgrabung eines Schlachtfeldes aus der Bronzezeit im Tollensetal nördlich von Neubrandenburg geborgen. Viele Knochen zeigen Spuren von Verletzungen. Außerdem wurden Waffen gefunden, die auf eine Schlacht hindeuten. Aber auch andere Erklärungen sind möglich, etwa der Überfall auf eine Handelskarawane. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mehr als 12.000 menschliche Knochen wurden inzwischen an der Tollense geborgen. Quelle: dpa

 

Kurzes Zeitfenster: Auf den Spuren eines alten Dorfes
Quelle: ZEIT Online vom 13.10.2020 (dpa/lni)

Bremen
  - Mitten im dicht besiedelten Bremer Stadtteil Walle haben Archäologen in den vergangenen Monaten nach Spuren einer mittelalterlichen Siedlung gegraben. Die Wissenschaftler nutzten dabei das Zeitfenster zwischen dem Abriss einer alten Käsefabrik vor drei Jahren und dem Bau einer Tiefgarage, der bald beginnen soll.

Landesarchäologin Uta Halle stellte am Dienstag die gefundenen Zeugnisse der Vergangenheit vor: Verfärbungen im Sand, die auf mittelalterliche Häuser und Brandstellen hindeuten, Keramikreste und Fragmente kleiner Gewichte aus der Arbeit an Webstühlen.

Ihrer Einschätzung nach stand an dieser Stelle bereits im 9. Jahrhundert nach Christus ein kleines Dorf. Es lag auf einer Düne, die sich von Achim im Kreis Verden bis nach Grambke im Norden Bremens erstreckt. Schriftlich wurde Walle erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Es blieb ein kleines Dorf, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem dicht bebauten Stadtteil von Bremen wurde.


Archäologie: Kurzes Zeitfenster: Auf den Spuren eines alten Dorfes

An der Grabungsstelle an der Waller Heerstraße wird gearbeitet. Foto: dpa

Seltener Fund bei Neuschmerzke: Begräbnisplatz aus der Jungsteinzeit
Quelle: Märkische Allgemeine vom 13.10.2020 (MAZ)

Menschliche Überreste, Rinderskelette und intakte Kugelamphoren: Archäologen legen gut erhaltene Fragmente eines 5000 Jahre alten Totenrituals frei.

Brandenburg/H-
Im Vorfeld des Neubaus der Ortsumgehung bei Neuschmerzke wurden im Spätsommer gleich drei der sehr seltenen, neolithischen Rinderbestattungen durch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) entdeckt. Von einer weiteren wurden keine Knochen gefunden, sie kann aber anhand der Keramikfunde vermutet werden.

Die Bestattungen gehören zur Kugelamphorenkultur, benannt nach den für diese Zeit typischen Gefäßen mit kugelförmigem Gefäßkörper und einem reich verziertem zylindrischen Hals. Die Rinderbestattungen gruppieren sich ihrerseits um eine aufwendig konstruierte Grabkammer mit teilweise verbrannten menschlichen Resten aus der gleichen Zeit. Das Ensemble gibt einen Einblick in ein komplexes und vielschichtiges Totenritual an der Wende vom 3. zum 2. Jahrtausend v. Chr. und illustriert die kultische Bedeutung der Rinder.
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Eine der exzellent erhaltenen Kugelamphoren im Sandboden.

Eine der exzellent erhaltenen Kugelamphoren im Sandboden. Quelle: U. Uhl, BLDAM

Relikt aus der Jungsteinzeit Archäologen legen Grab bei Tübingen frei
Quelle: ntv.de vom 14.10.2020 (ntv.de, jpe/dpa)

Bei Ausgrabungen im Landkreis Tübingen entdecken Forscher Anlagen eines Dorfes aus der Jungsteinzeit. Auch das Grab einer Frau legen die Archäologen frei. Der Schmuck der Toten gibt den Wissenschaftlern wichtige Hinweise.

Erstmals haben Archäologen im Neckarraum ein Grabensystem eines jungsteinzeitlichen Dorfes entdeckt. Die Anlage bei Ammerbuch im Landkreis Tübingen stammt nach Einschätzung der Forscher der Universität Tübingen und des baden-württembergischen Landesamts für Denkmalpflege aus dem 53. Jahrhundert vor Christus.

Wie die Universität und das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilten, fanden die Archäologen in dem Gebiet auch das Grab einer Frau, die im 52. Jahrhundert vor Christus bestattet wurde. Die Tote trug eine Kette aus Kalksteinperlen um den Hals. Solche Schmuckstücke aus der frühen Jungsteinzeit waren bislang aus dem Karpatenbecken und Balkanraum belegt, nicht aber in Süddeutschland. Die Forscher vermuten, dass die Einwanderung einer Bevölkerungsgruppe mit dazu beitrug, dass die Menschen in Mitteleuropa sesshaft wurden.
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Ketten aus Kalksteinperlen waren bislang aus dem Karpatenbecken und Balkanraum bekannt. (Foto: picture alliance/dpa)

 

 


4c. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus aller Welt...

Hier finden Sie eine Übersicht über archäologische Artikel in der Zeitung „the guardian“  

(18.10.2020)
Huge cat found etched into desert among Nazca Lines in Peru

(07.10.2020) Well preserved 2,000-year-old brain cells found in Vesuvius victim
(05.10.2020) Archaeologists unearth remains believed to be of Anglo-Saxon warlord
(01.10.2020) 'I thought, this is strange': mystery of royal stone head at Shaftesbury Abbey
(27.09.2020) Secret Britain: an ancient timeline through the landscape

 

 

 

120.000 Jahre alt: Menschliche Spuren auf Arabischer Halbinsel entdeckt
Quelle: HAZ vom 22.09.2020 (RND/dpa)

o Forscher haben auf der Arabischen Halbinsel 120.000 Jahre alte menschliche Spuren entdeckt.
o Die Spuren gelten als die ältesten, die dort jemals gefunden wurden.
o Die Forscher entdeckten auch Spuren von Tieren, die neue Erkenntnisse liefern.

Im Nordwesten der Arabischen Halbinsel haben Forscher Fußabdrücke entdeckt, die etwa 120.000 Jahre alt sind und zu den ältesten Spuren des Homo sapiens außerhalb Afrikas zählen. Bei einem ausgetrockneten prähistorischen See fand das Team um Michael Petraglia vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte auch Hunderte Abdrücke von Tieren - darunter Elefanten, Kamele, Pferde und Antilopen. Die Funde zeigten einen Schnappschuss aus der Region, der binnen weniger Stunden bis Tage entstand, schreibt das Team im Fachblatt “Science Advances”.
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Forscher haben auf der Arabischen Halbinsel 120.000 Jahre alte menschliche Spuren entdeckt. © Quelle: Palaeodeserts Project

Keilschrifttexte der Hethiter erhalten Onlineauftritt
Quelle: Arch. Online vom 26.09.2020 (CS)

Vor etwa 3.500 Jahren lebten in Anatolien die Hethiter. Auf Tontafeln haben sie Staatsverträge und Erlässe, Gebete, Mythen und Beschwörungsrituale festgehalten – in einer Sprache, die erst vor rund 100 Jahren entschlüsselt werden konnte. Nun werden die in Keilschrift erstellten Texte der Hethiter vollumfänglich digital zugänglich gemacht.

Die Basis dafür bilden etwa 30.000 Manuskripte, die überwiegend in hethitischer Sprache verfasst sind, in geringerem Umfang aber auch in anderen Sprachen wie Luwisch oder Palaisch. An dem Kooperationsprojekt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten in Mainz, Marburg und Würzburg sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz beteiligt. Das Vorhaben »Thesaurus Linguarum Hethaeorum digitalis« (TLHdig) wird von der DFG in den kommenden drei Jahren mit rund 520.000 Euro gefördert.
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Keilschrifttext

Handkopie des Keilschrifttextes von einer Tontafel Foto/©: Doris Prechel

In den Höhlen malten wohl auch die Frauen
Quelle: Die Presse vom 29.09.2020 (Karl Gaulhofer) 

Erstmals weist die Analyse von Fingerabdrücken nach: Die prähistorische Kunst war nicht nur Sache erwachsener Männer. Und auch keine Arbeit einsamer Meister, sondern ein Gemeinschaftswerk.

Was wir nicht wissen, malen wir uns aus, so wie unsere Vorfahren ihre Höhlen. Ob in Lascaux, Altamira oder der Grotte Chauvet: In den Museen rund um die Pilgerstätten prähistorischer Kunst gibt es fantasievolle Schautafeln oder Filme, die uns den Künstler bei der Arbeit zeigen. Den Künstler, wohlgemerkt – denn es ist immer ein Mann und er ist meistens allein. Aber woher wollen wir das wissen?

Ein Team von spanischen und britischen Forschern hat eine kleine Höhle in Andalusien näher untersucht (Antiquity, 9/20). Dort wurden 2004 eine Reihe von schematischen Abbildungen entdeckt, aus dem Zeitraum von 5500 bis 2500 vor Christus: geometrische Figuren, aber auch Männchen und Weibchen samt Geschlechtsmerkmalen – alles in breiten Strichen auf den Kalkstein gemalt, mit den Fingern, die man zuvor in Ocker tauchte.
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Waren auch hier Frauen am Werk? Die berühmten Malereien in der Chauvet-Höhle in Südfrankreich. Getty Images

Bronze-Statue des Gottes Nefertem in Sakkara entdeckt
Quelle: Selket´s Blog vom 02.10.2020 (Selket)

Eine sehr gut erhaltene Statue des Gottes Nefertem haben Archäologen in Sakkara gefunden. Die Statue besteht aus Bronze und ist mit Edelsteinen wie rotem Achat, Türkis und Lapislazuli eingelegt.

Die 35cm hohe Statue, die den Namen seines Besitzers “Badi Amun” trägt, lag in einem Schacht neben einigen Sarkophagen aus der 26. Dynastie sowie weiteren Statuen. Wie wir bereits berichteten, fanden die Archäologen an dieser Stelle bereits insgesamt 27 intakte und versiegelte Sarkophage. Wie jetzt bekannt wurde, lagen die Sarkophage in insgesamt zwei Grabschächten und ein weiterer dritter soll auch bereits entdeckt worden sein.


Mumienfund in Kairo: Archäologen finden 59 altägyptische Sarkophage   
Quelle: HAZ vom 05.10.2020 (RND/dpa)

o In Ägypten haben Archäologen nahe der Hauptstadt Kairo 59 Särge gefunden, die fast 2600 Jahre ungeöffnet waren.
o Die Mumien seien in gutem Zustand, sagte der ägyptische Antikenminister.
o Die Fundstücke sollen im Großen Ägyptischen Museum gezeigt werden, das in der Nähe von Giseh gebaut wird.

Kairo. Archäologen haben in der bekannten Grabstätte Sakkara weitere gut erhaltene Sarkophage aus altägyptischer Zeit entdeckt. Insgesamt seien 59 Särge gefunden worden, die seit fast 2600 Jahren nicht geöffnet worden seien, teilte der ägyptische Antikenminister Chalid al-Anani am Samstag vor Journalisten mit. Sie seien in sehr gutem Zustand und hätten ihre Originalfarbe erhalten.

Er sei bei der Öffnung eines Sarges dabei gewesen, sagte Al-Anani weiter. Die Mumie habe ausgesehen, “als wäre sie erst gestern mumifiziert worden”. Die Sarkophage gehörten zu Priestern und hohen Offiziellen aus der Spätzeit des Alten Ägyptens.
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Dutzende Sarkophage aus altägyptischer Zeit sind es, die in Kairo präsentiert werden können. Die nun gezeigten, insgesamt 59 Särge aus Holz stammen aus der südlich der Hauptstadt gelegenen Nekropole Sakkara.  © Reuters

Ein Meilenstein für den Kulturerhalt
Quelle: Arch. Online vom 08.10.2020 (DAI / CS)

Am 3. Oktober 2020 schloss das Deutsche Archäologische Institut (DAI) die Konservierung der Roten Halle in Pergamon ab. Sie zählt zu den monumentalsten Bauvorhaben, die römische Kaiser außerhalb der Kapitale in Auftrag gaben.

Die Altstadt Bergamas - die Nachfolgesiedlung des antiken Pergamons nahe der türkischen Ägäiskünste - wird bis heute von einem antiken Großbau dominiert, den der römische Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) zur Verehrung ägyptischer und einheimischer Gottheiten errichten ließ. Die gewaltige Basilika ist aus gebrannten Ziegeln erbaut, denen sie ihren modernen Namen Kızıl Avlu ("Rote Halle") verdankt. Flankiert von zwei Rundtürmen öffnete sie sich auf eine riesige Platzanlage, für deren Errichtung ein Fluss auf einer Länge von über 200 m kanalisiert wurde. Damit zählt die Rote Halle zu den monumentalsten Bauvorhaben, die römische Kaiser außerhalb der Kapitale in Auftrag gaben.
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Restaurierung des südlichen Turms 2008

Restaurierung des südlichen Turms 2008 (Foto: Martin Bachmann, DAI Istanbul)

Römische und mittelalterliche Reste an Wiener U5-Baustelle entdeckt
Quelle: der Standard vom 08.10.2020 (red, APA)

Stadtarchäologie stieß auf fast 2.000 Jahre altes römisches Gewerbegebiet des Legionslagers Vindobona. Auch Mauern der einstigen Alser Kaserne freigelegt

Wien – In Wien sind bei Grabungen an der künftigen U5-Station Frankhplatz Überreste aus fast 2.000 Jahren Stadtgeschichte entdeckt worden. So wurden von der Stadtarchäologie Fundamente unter anderem eines römischen Gebäudes sowie mittelalterliche Keller freigelegt. Auch Mauern der – vergleichsweise jungen, aber ebenfalls bereits verschwundenen – Alser Kaserne sind dort derzeit zu bewundern. Zu den bemerkenswertesten Einzelfunden gehört ein römisches Gefäß zur Käseproduktion.

Im Bereich des Platzes beziehungsweise der Alser Straße wird schon seit einiger Zeit gewerkt. Bevor dort eine Station für die neue U5 errichtet wird, ist die Stadtarchäologie am Zug. Deren Chefin Karin Fischer-Ausserer und Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) präsentierten am Mittwoch die bisherigen Entdeckungen. Dass der Vorstoß so ergiebig war und auch zahlreiche römische Strukturen zutage förderte, war demnach nicht unbedingt zu erwarten.
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Ein Teil der Mauerreste soll konserviert werden.
Foto: Stadtarchäologie Wien

3000 Jahre auf dem Leder: Älteste Bälle Europas und Asiens gefunden
Quelle: ntv vom 13.10.2020 (ntv.de, Walter Willems, dpa)

Ball gespielt wird offenbar schon sehr lange. Der bislang älteste Beleg dafür in Eurasien ist eine Darstellung aus dem antiken Griechenland von vor 2500 Jahren. Nun finden Forscher in China Bälle, die sogar noch bedeutend älter sind.

Im Nordwesten Chinas haben Forscher die mit Abstand ältesten Belege für Ballspiele in Eurasien (also Europa und Asien) gefunden. Die drei Lederbälle haben einen Durchmesser von etwa acht bis neun Zentimetern und stammen aus grob 3000 Jahre alten Gräbern nahe der Stadt Turpan (Turfan) in der Region Xinjiang. Wie die damaligen Menschen mit den Bällen spielten, wissen die Forscher aus China, Deutschland und der Schweiz jedoch nicht.
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Die drei Lederbälle mit Durchmessern zwischen 7,4 und 9,2 Zentimetern sind zwischen 3200 und 2900 Jahre alt.
(Foto: Foto: Patrick Wertmann/UZH/dpa)

 

Peru: Riesige Katzen-Zeichnung in der Wüste entdeckt
Quelle: GEO.de  vom 19.10.2020 (Solvejg Hofmann)

Im Süden Perus haben Forscher das riesige Scharrbild einer Katze gefunden. Es wird vermutet, dass die Zeichnung über 2000 Jahre alt ist. In der Vergangenheit waren immer wieder mystische Bilder in der peruanischen Wüste entdeckt worden.

Aufmerksam nach ihrer Beute lauernd, scheint sich die riesige Katze den Hang des Wüstenhügels hinaufzuschleichen. Forscher entdeckten das 37 Meter lange Scharrbild durch Zufall, als sie Arbeiten an einem Wüstenhügel durchführten. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, könnte das Scharrbild zwischen 200 und 100 vor Christus entstanden sein.
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Scharrbild, Katze
Foto: Jhony Islas/Palpa via AP. Forscher entdeckten die 37 Meter große Katzen-Zeichnung durch Zufall in der peruanischen Wüste

 



 

 

 

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