Newsletter Oktober 2019


Sollte der Newsletter nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier:
http://www.landesverein-urgeschichte.de/Newsletter/Archiv/na.php?showEntry=0&selectedYear=2019

Inhalt:
1. Veranstaltungen des Landesmuseums
2. Veranstaltungen des Nds. Landesvereins für Urgeschichte
3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen
4. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet,
gegliedert nach Niedersachsen, Deutschland und aus aller Welt...


1. Veranstaltungen des Landesmuseums
- Änderungen vorbehalten -

Sonderausstellungen

vom 27.09.2019 bis 23.02.2019
zeitenwende 1400
die goldene tafel als europäisches meisterwerk

Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie im Quartalsheft oder auf der Homepage des Nds. Landesmuseums.

Führung

Fr. 18.10. von 15:30 bis 16:30 Uhr
Die Highlights der Archäologie
Für die ganze Familie,
Treffen im Museumsfoyer, Kostenlos

Workshop

So. 20.10. von 14:00 bis 16:00 Uhr
Wenn Knochen erzählen

Für die ganze Familie mit Kindern ab 12 Jahren
Mit Anmeldung bis zum 11.10.2019
Treffen im Museumsfoyer
Kosten: 10,00 €, Kinder 5,00 €

Ferienprogramm
Archäologische Schmuckwerkstatt

Mi. 9.10. von 10:00 bis 13:00 Uhr
Für Kinder ab 8 Jahren
Pausensnack mitbringen
Mit Anmeldung
Museumseintritt +2,50 €


2. Veranstaltungen des Niedersächsischen Landesvereins für Urgeschichte
Änderungen vorbehalten - 

Vortrag aus der Reihe „Rohstoff & Ressourcen“

Do., 10.10.,
ab 18:30 Uhr
Fließende Edelsteine und  Heavy Metal. Exotische Rohstoffe und der Handel damit.
Der Vortrag führt in das Thema der Reihe ein und zeigt die Bedeutung alltäglicher, seltener und  exotischer Ressourcen in der Vorgeschichte  und Antike. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf frühen Metallen und Gläsern.
Vortrag von Dr. Florian Klimscha
Kostenlos, um Spenden wird gebeten

Vorankündigung:
Do., 14.11.,
ab 18:30 Uhr
Wieviel für wen? Was wir aus  40 000 Jahren Ressorcennutzung, Produktivitätsentwicklung und sozialer Ungleichheit für unsere Zukunft lernen können
Der Vortrag zeigt auf, dass nicht erst im 20. und 21. Jahrhundert Rohstoffknappheit und der Handel mit Rohstoffen ein wichtiger Motor für die Entwicklung menschlicher Gesellschaften war. Anhand neuer Modelle aus der  Wirtschaftsarchäologie gibt Dr. Tim Kerig  einen Überblick über die Nutzung von  Rohstoffen seit der späten Altsteinzeit. 
Vortrag von Dr. Tim Kerig
Kostenlos, um Spenden wird gebeten

Archäologischer Kinderclub

Do., 24.10. von 16:30 bis 18:30 Uhr
Forschen, was das Zeug hält
Beim bunten Programm aus dem Bereich der Archäologie wird man selbst zum Forscher und entdeckt das Museum
Stefanie Abraham +  Brigitte von Wintzingerode

Für Kinder ab 8 Jahren
Mit Anmeldung
Kostenlos

 


3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen


Vorträge der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover (NGH)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2019...

Vorträge der Ethnologischen Gesellschaft Hannover e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2019...

 ArchAN, Archäologischer Arbeitskreis Niedersachsen e.V.
Hier haben Sie Zugang zum Terminkalender des ARCHAN... 
Auf www.archan-nhb.de können Sie auch die aktuelle Sondengängerbroschüre 2019 herunterzuladen

Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege und Gesellschaft für Denkmalpflege in Niedersachsen e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Veranstaltungen des Landesamtes......
Hier kommen Sie auf die Seite der Gesellschaft für Denkmalpflege....

Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V. (FAN)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2019... 

Veranstaltungen der Freunde für Archäologie im Braunschweiger Land (FABL)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2019....

Paläon, Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere
Hier kommen Sie auf die Homepage...

Archäologischen Gesellschaften in Sachsen-Anhalt (AGISA)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2019...

Archäologische Kommission für Niedersachsen 
Hinweis: Die Archäologische Kommission hat eine neue Homepage: www.ak-niedersachsen.de

 


4a. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Niedersachsen...

Rieher Grabung: Relikte aus Mittelalter und Steinzeit gefunden
Quelle: Schaumburger Nachrichten vom 13.08.2019 (Guido Scholl)

Falls noch Zweifel daran bestanden haben, dass am Lindenbrink bei Riehe einmal Menschen siedelten, so sind diese endgültig ausgeräumt: Die jüngsten Grabungen lieferten eindeutige Beweise. Das älteste Fundstück stammte gar aus der Steinzeit.

Riehe ist somit älter als bislang angenommen. Der Ort entstand vor mindestens 1000 Jahren, wie Kommunalarchäologe Daniel Lau erklärte. Die rein ehrenamtlich aufgezogene Aktion war demnach ein Erfolg. Bislang hatten die Heimatforscher ihre Theorie, dass die ersten Rieher am Lindenbrink lebten und dann irgendwann von dort in den jetzigen Ort übersiedelten, daraus abgeleitet, dass Keramik- und Metallstücke auf dem Acker gefunden worden waren.
Weiter…




Daniel Lau zeigt die Tonschicht, in der die Knochenfunde die Zeit überdauerten. Quelle: gus

Von der Steinzeit bis zu den Römern: Mit Mofa und Spürsinn auf der Jagd nach Funden
Quelle: NP vom 16.09.2019

40 Jahre hat Wolfgang Bauer (86) an 60 Fundorten im Bereich der Leine nach archäologischen Relikten gesucht. Seine Sammlung hat er nun dem Landesamt für Denkmalpflege übergeben. Sie ist eine Zeitreise durch die Jahrtausende.

Hannover - Rund 20.000 Legionäre campierten in den Jahren nach Christi Geburt im Römerlager bei Hemmingen-Wilkenburg. Und so viel darf als sicher gelten: Sie bewegten sich in unmittelbarer Nachbarschaft von Germanen, die dort lebten. Nur 500 Meter entfernt befand sich eine Siedlung. Dass deren Existenz belegt und in die...
Weiterlesen nur nach Anmeldung

Hinweis: In der historischen Kapelle des NLD werden vom 2. September bis zum 25. Oktober 2019 (Montag bis Freitag von 9 – 13 Uhr) archäologische Funde aus der Privatsammlung des Laatzener Hobbyarchäologen Wolfgang Bauer erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.




Germanische Nachbarn: Diesen Feuerschutz (links) und die große Schale hat Wolfgang Bauer in einer Siedlung unweit des Römerlagers bei Wilkenburg entdeckt. Quelle: Dröse/König-Landesamt für Denkmalpflege

Archäologie - Bramsche: Neue Funde bei Grabungen in Kalkriese
Quelle: SZ vom 19.09.2019 (dpa/lni)

Kalkriese - Seit Anfang September laufen neue archäologische Grabungen am Fundort Kalkriese. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Kalkriese bei Osnabrück die berühmte Varusschlacht zwischen Römern und Germanen im Jahr 9 nach Christus stattgefunden hat. Die Grabungen sollen unter anderem neue Erkenntnisse über die dortigen Wall-Graben-Anlagen bringen, wie eine Sprecherin des Museums Kalkriese mitteilte.
Weiter…

 

Archäologen legen womöglich historische Hafenmauer in Hann. Münden frei 
Quelle: HNA vom 21.09.2019 (Ekkehard Maaß)

Für Stadtdenkmalpfleger Burkhard Klapp ist der archäologische Fund an der Wanfrieder Schlagd ein Glücksfall für die Erforschung der Mündener Stadtgeschichte.

Seiner Meinung nach könnte es sich um einen Teil der Mauer handeln, an der die Schiffe vor 1560 im damaligen Mündener Hafen angelegt haben. Wie die Schlagden, die Anlegestellen für Schiffe, zum Ende des Mittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit ausgesehen haben könnten, ist in einem Stich festgehalten, der in einer Sammlung von Stadtansichten 1584 von Georg Braun und Frans Hogenberg veröffentlicht wurde. 

Er zeige, so Stadtarchivar Stefan Schäfer, eine Ansicht, deren „zeichnerische Grundlage vor dem Jahre 1560 liegen muss.“ Das ergibt sich aus dem Gesamtbild.
Weiter…




Die Schlagdspitze um 1560: Der Stichausschnitt zeigt die damalige Situation an der Stelle, wo jetzt die historischen Mauerreste gefunden wurden.
© Ekkehard Maaß

 

 


4b. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Deutschland...

Archäologen entdecken 3.000 Jahre alten Bronzeschmuck
Quelle: Märkische Allgemeine vom 19.08.2019 (Fabian Lamster)

Teile einer alten NS-Bahntrasse, ein Armreif aus der Eisenzeit, ein trichterförmiger Tontopf: Archäologen haben in den Monaten ihrer Arbeit in Dabendorf diverse Funde gemacht. Im August piepte der Metalldetektor und sie entdeckten besonderen Schmuck.

Dabendorf  -  Vorsichtig holt Michael Walter den verpackten Bronzeschmuck aus einer grünen Dose, den der Archäologe mit seinen Arbeitskollegen auf dem Gelände des künftigen Parkplatzes der neuen Dabendorfer Gesamtschule gefunden hat. Als er die beiden Armreifen in den Händen hält, die rund 3000 Jahre in Dabendorf unter der Erde lagen, strahlt der 52-Jährige. „Das ist wirklich ein besonderer Fund, weil er für diese Region untypisch ist“, sagt Michael Walter.
Weiter…




Archäologe ist vom Fund der Armreifen fasziniert: „Sie sind so massiv und kräftig verarbeitet. Auch die Ritzverzierungen sind toll." Quelle: Fabian Lamster

100 Urnen aus früher Eisenzeit entdeckt
Quelle: Kieler Nachrichten vom 31.08.2019 (Dirk Schneider)

Eine archäologische Grabung in Ascheberg hat einen eiszeitlichen Friedhof zu Tage gefördert. Damit eröffnet sich ein Blick in die lokale Frühgeschichte. Entdeckt wurden die Funde auf dem Areal eines künftigen Baugebiets in Ascheberg.

Auf den ersten Blick wirken die Fundstücke wenig spektakulär: Zwei irdene Urnen, fünf Ösenringe aus Eisen und ein paar Bruchstücke eines Bronzearmreifs sowie zahlreiche Tonscherben liegen auf einem Tisch, den Archäologe Leif Schlisio am Rande des künftigen Neubaugebiets am Sandkamp in Ascheberg aufgebaut h...
Weiterlesen nur nach Anmeldung…




Grabung in Ascheberg: 100 Urnen aus früher Eisenzeit entdeckt. Grabungsleiter Leif Schlisio zeigt den Besuchern der archäologischen Führung die Reste eines bronzenen Armreifs. Quelle: Dirk Schneider

Bergbau vor 6000 Jahren : Die ersten Umweltsünder
Quelle: FAZ vom 02.09.2019 (Heike Lattka)

Es bleibt auch im elften Jahr der Grabungen ein mühsames Unterfangen. Nur selten können die Studenten auf dem Hofheimer Kapellenberg nahe dem Meisterturm zur Spitzhacke greifen. Meist sitzen sie gekrümmt auf dem Boden und kratzen vorsichtig mit einem Spatel Steine frei. Noch mindestens 20 Zentimeter tiefer werden die Forscher laut Projektleiter Detlef Gronenborn vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz im nächsten Jahr graben müssen. Denn das eingezäunte Areal, das mit dem Abschluss der Arbeiten eigentlich für immer zugeschüttet werden sollte, bot nach Regenfällen eine kleine Sensation. Die nun sichtbaren Umrisse und Kohleablagerungen weisen auf ein von den Hofheimer Urahnen der Michelsberger Kultur vor fast 6000 Jahren bewusst tiefergelegtes Grubenhaus hin. Es könnte sich um eine Weberei oder um ein Lagergebäude gehandelt haben.
Weiter…




Auf dem Hofheimer Kapellenberg haben Archäologen Umrisse eines Gebäudes gefunden. Nun soll doch weitergeforscht werden. Die Ausgrabungen zeigen: Umweltsünder gab es schon vor 6000 Jahren.

Archäologie - Halle (Saale):Tausende Funde aus dem untergegangenen Dorf Anhalt
Quelle: SZ vom 04.09.2019 (dpa/sa)

Harzgerode - Im ehemaligen Dorf Anhalt bei Harzgerode (Landkreis Harz) sind in den vergangenen Wochen mehrere tausend Funde geborgen worden. "Die Stücke datieren in das 12. bis 15. Jahrhundert", sagte Archäologin und Grabungsleiterin Anna Bartrow. Am Mittwoch wurden die Funde nun präsentiert. Ausgegraben wurden unter anderem verzierte Schnallen und Armbrustbolzen, ein Reitersporn sowie mehrere Hufeisen, aber auch Backsteine, gebrannter Lehm und Dachziegel. Die Siedlung wurde frühestens im 11./12. Jahrhundert gegründet und 1440 wieder aufgegeben. Das Dorf Anhalt ist eine von rund 100 in der Region Harz im Mittelalter aufgegebenen Siedlungen.

 

In Baugrube: Archäologen entdecken antike Fundamente und Knochen am Domhotel
Quelle: Kölner Stadt Anzeiger vom 05.09.2019 (Rüdiger Heimlich)

Köln - Das Stück eines antikes Puzzles: acht mal zehn Meter groß, vier Meter unter dem Niveau der vorbeistrebenden Hohe Straße gelegen, die ja vormals der cardo maximus war, die rund 1000 Meter lange Nord-Südachse des römischen Köln. Die Adresse Wallrafplatz Nummer 6 ist nur noch Lücke am Rande einer großen Baugrube hinter der ausgesteiften Fassade des Dom-Hotels. Arbeiter unterfangen die Fundamente benachbarter Gebäude, Bagger gehen in die Tiefe und ein archäologisches Grabungsteam kratzt und pinselt auf einem letzten Fleck Antike.

„Tagesgeschäft“ nennt das Markus Trier, Direktor des benachbarten Römisch-Germanischen Museums und Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege. Nur eine von jährlich rund 60 Maßnahmen seines Amts – aber auf prominentem Grund neben Dom und Dionysos Mosaik. „Wir wussten, was uns hier erwartet“, erklärt Trierer bei der gestrigen Begehung. „Zur Römerzeit war hier eine enge Bebauung mit kleinen, zweigeschoßigen Wohn- und Geschäftshäusern. Schmale Front zur Hauptstraße hin, lange Parzellen hinten raus, so wie man es auch aus Pompeji oder Herculaneum kennt.“
Weiter…




Die Grube, in der die Archäologen arbeiten – mitten im Baufeld des Domhotels Foto: Thilo Schmülgen

 

Neandertaler waren die ersten Schuster
Quelle: Stuttg. Zeitung vom 10.09.2019 (Markus Brauer/dpa)

Es ist ein einzigartiger Schnappschuss aus dem Leben der Neandertaler: Forscher finden in der Normandie Hunderte Fußabdrücke. Daraus leiten sie etliche Schlüsse ab – und einen überraschenden Befund: Neandertaler waren die ersten Schuhmacher der Geschichte.

Le Rozel - Hunderte Fußspuren an einem Strand der Normandie in Nordfrankreich geben Einblick in das Sozialleben und die Größe von Neandertalern. Die Analyse der etwa 80000 Jahre alten Abdrücke deutet darauf hin, dass die nächsten Verwandten des modernen Menschen ähnlich wie heutige Jäger und Sammler in kleinen Gruppen lebten.
Weiter…




Archäologen am Strand von Le Rozel in der Normandie suchen nach Artefakten von Neandertalern. Foto: Dominique Cliquet

Sensationsfund in Callenberg: So ein Werkzeug trug Ötzi bei sich
Quelle: Freie Presse vom 11.09.2019 (Hans-Peter Kuppe)


Einen eher unscheinbaren Stein hat vor Jahren eine Hobby-Heimatforscherin aus Callenberg gefunden. Jetzt stellte sich heraus: Es ist ein Klingenkratzer aus der Zeit von 5500 bis 2200 vor Christus.

Callenberg - Manchmal geht Hobby-Heimatforscherin Elke Eifert aus Callenberg in der Umgebung ihres Wohnortes auf die Suche nach Scherben. Ein unscheinbares Steinchen, das sie schon 2015 im Spielsdorfer Grund fand, wollte sie schon wieder wegwerfen. Jetzt ließ sie es zusammen mit anderen Fundstücken, vor allem tönerne Bruchstücke, von Experten des Landesamtes für Archäologie bestimmen. Die Sensation war perfekt: Der kleine längliche Stein mit der scharfen Kante ist ein Klingenkratzer, wie ihn schon Gletschermumie Ötzi bei sich trug. Ötzis Todeszeitpunkt wurde per Radiokohlenstoffdatierung auf den Zeitraum zwischen 3359 und 3105 vor Christus datiert. "Der Callenberger Klingenkratzer lässt sich nicht hundertprozentig bestimmen, liegt aber mit Sicherheit zwischen 5500 und 2200 vor Christus", sagt Matthias Conrad M.A. vom Landesamt für Archäologie Sachsen.
Weiter…




Dieser kleine Stein erzählt eine große. Klingenkratzer verwendeten die Menschen der Jungsteinzeit auch zum Bearbeiten von Fellen. Foto: Andreas Kretschel

Archäologischer Park Xanten : Seltener Fund bei Lehrgrabung entdeckt
Quelle: RP-Online vom 12.09.2019

Xanten -  Eine deutsch-schweizerische Gruppe barg im Archäologischen Park Xanten einen vollständig erhaltenen Ton-Topf-Deckel, der bislang weltweit nur neun Mal zu Tage gefördert wurde.
Weiterlesen nur gegen Gebühr…

 

Über 1500 Skelette werden ausgewertet
Quelle: mittelbayerische vom 15.09.2019 (Daniel Steffen)

Die Ergebnisse der Ausgrabungen im Regensburger Dörnberg-Areal versprechen viele neue Erkenntnisse. Die Stadt kooperiert.

Regensburg -
Mehrere Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte wird es dauern, ehe alle Daten vollständig ausgewertet sind. Immerhin müssen über 1600 Körpergräber aus der Römerzeit und dem Frühmittelalter analysiert werden. In den Jahren 2015 bis 2017 hatten auf dem Dörnberg-Areal großflächige Ausgrabungen stattgefunden, deren Ergebnisse nach Ansicht aller Beteiligten wesentlich aufschlussreicher sein werden als zunächst gedacht. Konkret geht es um das „Große Gräberfeld“, das seine Wurzeln in der Römerzeit hat, auf dem aber noch viele Jahrhunderte später Gräber angelegt wurden.
Weiter…




Die Ausgrabungen auf dem Dörnberg-Areal geben detailliert Auskunft über die frühere Bevölkerung. Foto: Fa. Archäologie kant GmbH, Buxheimt

Archäologie - Magdeburg: Gräber aus der Bronzezeit auf Polizeigelände entdeckt
Quelle: SZ vom 16.09.2019 (dpa/sa)

Magdeburg - Archäologen haben auf dem Gelände der Magdeburger Polizei rund 3500 Jahre alte Grabanlagen aus der Bronzezeit entdeckt. Bei den Ausgrabungen seien in einem 6 mal 37 Meter großen Gräberfeld mehrere Skelette von Frauen freigelegt worden, die mit ihrem Schmuck beigesetzt wurden, wie das Landesamt für Denkmalpflege mitteilte. Die Funde stammen den Erkenntnissen zufolge aus der Mittelbronzezeit (etwa 1550 bis 1250 vor Christus).

Zudem fanden die Archäologen auf dem Gelände Hinweise auf eine noch ältere Anlage, die aus der Frühbronzezeit (2200 bis 1500 vor Christus) stammen könnte. Ein Doppelkreisgraben deute auf einen Grabhügel oder eine Kultstätte hin. In dem inneren Graben wurde ein männlicher Toter in Hockstellung freigelegt. Er starb den Archäologen zufolge wahrscheinlich an einer Zahnwurzelentzündung im Ober- und Unterkiefer, die sich noch am Schädel nachweisen lasse.
Weiter…

 

Über Stock und Stein
Quelle: Arch. Online vom 20.09.2019 (LWL / AB)

Archäologen legen in Dülmen mittelalterliche Straßen frei

Im Rahmen längerfristiger Bauarbeiten in Dülmen (Kreis Coesfeld) begleiten Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zurzeit die Ausgrabungen einer Fachfirma auf dem Bült nahe der Kirche St. Viktor. Die Archäologen stießen dabei tief in die Geschichte der Stadt vor und entdeckten mehrere übereinanderliegende Pflasterungen aus dem Mittelalter. Deren aufwendige Bauweise bestätigt die Vermutung, dass die heute unscheinbare Gasse Bült im Mittelalter Teil einer wichtigen Verkehrsverbindung war.

Das Grabungsteam fand unterhalb des Straßenzuges zunächst einen sogenannten Knüppeldamm des 14. Jahrhunderts. »Mit einer einfachen Aneinanderreihung von quergelegten Hölzern konnte so ein morastiger Untergrund besser befahrbar gemacht werden«, erklärt Dr. Hans-Werner Peine, Leiter des Referats für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der LWL-Archäologie für Westfalen. Dieser Weg konnte bislang auf fünf Meter Länge erfasst werden und besaß eine Mindestbreite von 4,5 Metern. Die genaue Datierung steht noch aus und wird anhand der Funde folgen.
Weiter…




Wenig Komfort für Reisende bot dieser Knüppelweg aus aneinandergereihten Hölzern, von dem sich ein Teil sich bis heute unter dem »Bült« erhalten hat. Foto: Jentgens & Partner Archäologie/G. Jentgens

 

 

 

 


4c. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus aller Welt...

Hier finden Sie eine Übersicht über archäologische Artikel in der Zeitung „the guardian“
(16.09.2019) New finds beef up case for redrawing map of Roman empire
(10.09.2019) Neanderthal footprints found in France offer snapshot of their lives
(06.09.2019)
Dead Sea scrolls study raises new questions over texts' origins
(29.08.2019) Peru: skeletons of 227 victims unearthed at world's largest child sacrifice site

 

Wien Energie stößt auf Centurio-Wohnzimmer
Quelle: heute.at vom 05.07.2019 (Louis Kraft)

Direkt zwischen zwei Luxus-Modemarken stießen Arbeiter der Wiener Netze auf einen rund 2.000 Jahre alten Terrazzo-Boden. Es sind die Reste eines Wohnhauses eines römischen Centurio.

…Im Auftrag der Wien Energie wird hier eine Verbindungsleitung zwischen den Fernkältezentralen Rennweg und Stubentor (beides City) verlegt. Am Mittwoch stießen Arbeiter der Wiener Netze hier auf die Überreste des ehemaligen römischen Militärlagers. Die Überraschung lauert in einer Tiefe von etwa zweieinhalb Metern: der Bagger legte Reste eines Terrazzo-Bodens frei.
Weiter…

 

Römerzeitliche Skulpturen in der Steiermark ausgegraben
Quelle: der Standard vom 04.09.2019 (APA, red)

Prunkstück des Zufallsfunds ist ein 103 Zentimeter großer Delfinreiter – Alter auf 1.800 Jahre geschätzt

Stübing – Bei Umbauarbeiten in Kleinstübing im Bezirk Graz-Umgebung sind Funde aus der Römerzeit zutage gekommen. Mehrere Skulpturen konnten freigelegt werden, das Prunkstück ist ein sogenannter Delfinreiter.

Die Entdeckung gelang auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr von Kleinstübing, wo das Fundament für ein neues Rüsthaus ausgehoben wurde. Der Bauplatz grenzte an das Areal einer Villa rustica, also eines römischen Gutshofs. Schon 1999 und 2003 waren dort kleinere Funde gemacht worden. Daher war bereits bei Baubeginn klar, dass alle Grabungsarbeiten vom Bundesdenkmalamt bzw. Archäologen begleitet werden müssen.
Weiter…




Der "Eros von Kleinstübing". Foto: APA/FF KLEINSTÜBING/WERNER GASSER

Rätsel um Herkunft der indoeuropäischen Sprachen könnte gelöst sein
Quelle: der Standard vom 09.09.2019 (tberg, red)

Die bislang größte DNA-Studie wirf ein neues Licht auf die prähistorische Wanderbewegung der Menschen in Europa, Zentral- und Südasien

Im fernen Osten Kasachstans unter den Hängen des Dsungarischen Alatau, einem Hochgebirge an der Grenze zu China, lag vor über 5.000 Jahren eine Ansiedlung. Die Überreste der Ausgrabungsstätte Dali, die Archäologen seit Jahren untersuchen, lassen auf damals erstaunlich weit reichende Handelsbeziehungen dieses Ortes schließen. So belegen Genanalysen tierischer Knochenfunde von dort, dass die Nachfahren der ersten im Nahen Osten domestizierten Schafe und Ziegen Zentralasien um 2700 vor unserer Zeitrechnung erreicht haben. Die Hirse, die sie an ihre Nutztiere verfütterten, stammte dagegen aus China.

Der Einzug der Herdentierhaltung machte auch eine höhere Mobilität notwendig: Den Jahreszeiten folgend zogen die Menschen häufig zwischen unterschiedlichen Weideplätzen umher. Dabei wird es wohl auch vermehrt zu überregionalen Kontakten gekommen sein. Dali dürfte von seiner Lage am sogenannten innerasiatischen Gebirgskorridor, einer uralten Wanderroute vom Altai in Siberien bis zum Hindukusch, besonders profitiert haben.
Weiter…




Eine weitere Beisetzung in Dali. Das Grab wurde vermutlich in antiker Zeit geplündert, die menschlichen Gebeine blieben zum Glück für die Archäologen und Genetiker jedoch erhalten. Foto: Michael Frachetti

Zwei Gräber für Besucher eröffnet und vier Kapellen in Luxor restauriert
Quelle: Selket´s Blog (Jolly Tehws)

In Dra Abu el-Naga auf Luxors Westbank wurden zwei Beamtengräber restauriert und sollen bald für die Öffentlichkeit zugänglich sein (oder sind es schon). Das erste Grab (TT 159) stammt aus der 19. Dynastie und gehörte einem Mann namens Raya, der 4. Prophet des Amun war. Das zweite Grab (TT 286) hatte ein Schreiber mit Namen Niay für sich angelegt. Es stammt aus der 20. Dynastie und in der Wanddekoration wird sein Titel mit »Schreiber des Opfertisches« angegeben.

Ebenfalls restauriert wurden vier Kapellen des Chons-Tempels im großen Karnak-Tempelbereich. Unter der Leitung des American Research Centers in Egypt (ARCE) wurden 59 ägyptische Konservatoren trainiert, die dann die vier Kapellen dokumentierten, reinigten und restaurierten. Dabei wurden auch frühere Restaurierungen aus den 1960er und 70er Jahren durch modernste, neue ersetzt.
Weiter…




Foto: Antikenministerium Ägypten

Hunderte wurden erschlagen, zerteilt und entfleischt
Quelle: Die WELT vom 15.09.2019

Funde zahlreicher Massaker belegen, dass Mitteleuropa vor 7000 Jahren von einer schweren Krise erschüttert wurde. In ihrer Not verfielen steinzeitliche Bauern in der Südpfalz auf ein tödliches Ritual.

Gehört der Krieg „jeder gegen jeden“ zur DNA der menschlichen Existenz oder wuchs Homo sapiens die Bereitschaft, Konflikte mit Waffengewalt zu lösen, erst im Lauf seiner zivilisatorischen Entwicklung zu? Eine grausige Entdeckung in der Pfalz macht es zumindest schwer, der These des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau zu folgen, der einen glücklichen Urzustand des Menschen postulierte. Denn seit 1996 legen Archäologen in Herxheim bei Landau Gruben frei, die mit zahllosen Zeugnissen brutaler Gewalt angefüllt sind: Skelettreste von Hunderten Individuen, hingeschlachtet vor gut 7000 Jahren.
Weiter



Bei Herxheim in der Pfalz wurden vor gut 7000 Jahren bis zu tausend Individuen brutal geopfert
Quelle: Armin Kübelbeck, CC-BY-SA, Wikimedia Commons /Armin Kübelbeck



Ausgestorbener Verwandter
Erstmals Aussehen des Denisova-Menschen rekonstruiert
Quelle: der Standard vom 19.09.2019 (pi)

Forscher schlossen nur aufgrund von Informationen aus der alten DNA auf die Anatomie der ausgestorbenen Menschengruppe

Ein winzig kleiner Fingerknochen, drei Zähne und ein Unterkiefer: Vom Denisova-Menschen sind nach den bisherigen Funden, deren erste gerade einmal rund zehn Jahre alt sind, relativ wenige fossile Überreste vorhanden. Man weiß immerhin, dass er nicht nur in einer sibirischen Höhle, dem namensgebenden Ort der ersten Entdeckung, sondern in weiten Teilen Asiens verbreitet war und auch im Hochland von Tibet gelebt haben muss.

DNA-Vergleiche zeigten außerdem, dass von den Genen der vermutlich vor rund 40.000 Jahren ausgestorbenen Menschenart, einer Schwesterngruppe der Neandertaler, besonders viele in heutigen Bewohnern Melanesiens weiterleben. Die DNA des Unterkiefers wiederum legt nahe, dass schon vor etwa 160.000 Jahren eine genetische Anpassung an eine Höhe von 4.000 Metern und mehr gegeben war.
Weiter…




So in etwa könnte eine junge Denisova-Frau ausgesehen haben – also nicht viel anders als Neandertaler und moderne Menschen. Illustration: Maayan Harel

Bronzezeitliches Zinn aus Britannien war im Nahen Osten begehrt 
Quelle: der Standard vom 22.09.2019 (red)

Zinnvorkommen sind in Europa und Asien selten. Forscher untersuchten, woher Funde aus dem östlichen Mittelmeerraum ursprünglich stammen

Legierungen aus Kupfer und Zinn gewannen einst dermaßen an Bedeutung, dass sie es zu einem eigenen Abschnitt in der Menschheitsgeschichte brachten: Bronze wurde schon im vierten und dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung im Nahen Osten, in Anatolien und der Ägäis hergestellt. Aus Bronze gefertigte Gebrauchsgegenstände, Waffen und Schmuck fanden weite Verbreitung. Die Herkunft des genutzten Zinns stellt Archäologen allerdings seit langem vor ein Rätsel dar. Ein internationales Forscherteam machte nun eine überraschende Entdeckung.

Isotopenanalysen
"Zinnvorkommen und Zinnlagerstätten sind in Europa und Asien selten", sagt Ernst Pernicka von der Universität Heidelberg und dem Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie. "Der östliche Mittelmeerraum, aus dem ein Teil der von uns untersuchten Objekte stammt, verfügte über so gut wie keine eigenen Lagerstätten. Der Rohstoff musste daher in dieser Region importiert werden", so der Forscher.
Weiter…




Vor der Küste Israels gefundene Zinnbarren, die vor etwa 3.300 Jahren dorthin gelangt waren. Foto: Ehud Galili




 

 

Frühere Newsletter finden Sie unter
http://www.landesverein-urgeschichte.de/Newsletter/Archiv/na.php

Wollen Sie den Newsletter weiter erhalten, denken Sie bei Änderung daran,
uns Ihre neue E-Mail-Adresse mitzuteilen.

Dieser Newsletter ist ein kostenloser Service des Niedersächsischen Landesvereins für
Urgeschichte, Leitung Dr. Florian Klimscha

Auswahl der Informationen und Erstellung des Newsletter:
H.-G. Cronjäger, H. Leskova, A. Limbacher, H. Wenzel, E. Wunderlich

Wichtiger Hinweis: Sie bekommen diesen Newsletter, weil Sie (oder jemand in Ihrem
Namen) den Newsletter auf unserer Homepage
http://www.landesverein-urgeschichte.de
abonniert habt.  Auf der Homepage besteht die Möglichkeit, den Newsletter jederzeit
abzubestellen. Wir freuen uns über Hinweise, Wünsche und auch Kritik.