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Die Kunde 1

Newsletter Dezember 2020


Das „Newsletter-Team“ wünscht Ihnen schöne Feiertage
und ein erfolgreiches, gesundes Jahr 2021!

Sollte der Newsletter nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier:
http://www.landesverein-urgeschichte.de/Newsletter/Archiv/na.php?showEntry=0&selectedYear=2020

Inhalt:
1. Veranstaltungen des Landesmuseums
2. Veranstaltungen des Nds. Landesvereins für Urgeschichte
3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen
4. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet,
gegliedert nach Niedersachsen, Deutschland und aus aller Welt...

 

1. Veranstaltungen des Landesmuseums
- Änderungen vorbehalten -



In Anbetracht der hohen Infektionszahlen verweisen wir im Hinblick
 auf die Öffnungszeiten  und die Durchführung von Veranstaltungen
auf die offizielle
Homepage des Nds. Landesmuseums

 

 

2. Veranstaltungen des Niedersächsischen Landesvereins für Urgeschichte
Änderungen vorbehalten - 

Vortrag:  

Do, 10.12.2020 von 18:30 bis 20:00 Uhr
Ein germanisches Zentrum an der Elbe
Herausragende Funde aus dem Umland des Fürstengrabes von Apensen, Lkr. Stade

Vortrag: Dr. Daniel Noeßler, Stade

Entfällt, der Vortrag wird wegen der Verlängerung der Schließung des Museums bis zum 20. Dezember abgesagt

Do. 28.01.2020 von 18:30 bis 20:00 Uhr
Verkehrsweg Fluss
Schifffahrt und Warentransport in der römischen Kaiserzeit in Niedersachsen
Vortrag: Dr. Annette Siegmüller, Nieders. Inst. für Hist. Küstenforschung
Mit Anmeldung unter:
landesverein@gmx.de
Kostenlos | Um Spenden wird gebeten
Hinweis: Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht

Archäologischer Kinderclub

Do., 10.12. von 16:30 bis 18:30 Uhr

Entfällt, wegen der Verlängerung der Schließung des Museums bis zum 20. Dezember

 

 


3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen

 

Vorträge der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover (NGH)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

Vorträge der Ethnologischen Gesellschaft Hannover e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

ArchAN, Archäologischer Arbeitskreis Niedersachsen e.V.
Hier haben Sie Zugang zum Terminkalender des ARCHAN... 
Auf www.archan-nhb.de können Sie auch die aktuelle Sondengängerbroschüre 2019 herunterladen

Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege und Gesellschaft für Denkmalpflege in Niedersachsen e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Veranstaltungen des Landesamtes......
Hier kommen Sie auf die Seite der Gesellschaft für Denkmalpflege....

Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V. (FAN)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020... 

Veranstaltungen der Freunde für Archäologie im Braunschweiger Land (FABL)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020....

Paläon, Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere
Hier kommen Sie auf die Homepage...

Archäologischen Gesellschaften in Sachsen-Anhalt (AGISA)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

Archäologische Kommission für Niedersachsen 
Hinweis: Die Archäologische Kommission hat eine neue Homepage: www.ak-niedersachsen.de

 

4a. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Niedersachsen...

 

Schöninger Speere - die ältesten Holzwaffen des Menschen
Quelle: Universität Göttingen, Presseinformation 118 vom 15.09.2020 (pug)

 

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) und die Universität Göttingen erforschen die ältesten Holzwaffen des Menschen. Das Projekt unter der Federführung von Prof. Dr. Thomas Terberger, NLD und Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen, und Prof. Dr. Holger Militz, Leiter der Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen, wird mit einem Betrag von rund 480.000 Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Mit einem interdisziplinären Team sollen in den kommenden drei Jahren die etwa 300.000 Jahre alten Holzfunde von der international bekannten Fundstelle Schöningen, Landkreis Helmstedt, mit modernsten bildgebenden Verfahren detailliert untersucht werden, um mehr über den Herstellungsprozess, die Nutzung und den Fundzusammenhang der einmalig erhaltenen Waffen zu erfahren.
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Die ausgezeichnet erhaltenen Oberflächen erlauben, die Bearbeitungsschritte an den ca. 300.000 Jahre alten Hölzern genau nachzuvollziehen.

Die ausgezeichnet erhaltenen Oberflächen erlauben, die Bearbeitungsschritte an den ca. 300.000 Jahre alten Hölzern genau nachzuvollziehen.
Foto: Werner Schoch

 

Sensationsfund in Oldenburg
Quelle: NWZ Online vom 21.10.2020 (Thomas Husmann)

Lebten an diesem Ort damals tatsächlich Menschen oder handelt es sich nur um ein Gräberfeld? Diese Frage wird zu klären sein.

OLDENBURG - Bei Bauarbeiten in der Oldenburger Innenstadt sind Spuren von Menschen entdeckt worden, die sich an dieser Stelle vor etwa 2500 Jahren aufgehalten haben müssen. Ob sie tatsächlich auf dem Hintergrundstück an der heutigen Kurwickstraße für einen längeren Zeitraum gelebt haben, ist ungewiss, sagt die Archäologin Claudia Maria Melisch (52) aus Berlin.

…… Entdeckt wurden in der Baugrube die Scherben eines sogenannten Harpstedter Rautopfes, der in der Eisenzeit von der an der Mittelweser beheimateten Harpstedt-Nienburger Gruppe hergestellt und benutzt wurde. Ein paar Meter weiter stieß die Archäologin mit ihrem Grabungsmitarbeiter auf die Überreste einer zerbrochenen Urne, in der sich die hellen Überreste eines Leichenbrandes fanden.
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Möglicherweise prähistorischer Siedlungsrest: Archäologin Claudia Maria Melisch hat in der Kurwickstraße mit ihrem Mitarbeiter Peter Schröder Spuren von Menschen gefunden, die sich dort vor 2400 Jahren aufgehalten haben.
Bild: Thomas Husmann

 

Varusschlacht-Grabungen in Kalkriese bekommen neuen Leiter
Quelle: NDR vom 30.10.2020 (NDR1)


Der Archäologe Stefan Ardeleanu wird neuer wissenschaftlicher Leiter der Grabungen in Kalkriese bei Bramsche. Hier sollen sich Teile der Varusschlacht zwischen Römern und Germanen abgespielt haben.

"Wissenschaftlich ist es unser primäres Ziel, die in den letzten Jahren aufgekommenen, noch offenen Fragen zu klären", sagte Ardeleanu. Dabei will der Archäologe auch neue Wege beschreiten. Mit stetig verfeinerten Methoden, die neben Grabungen und Begehungen auch geoarchäologische und naturwissenschaftliche Analysen einschließen, könne heute sehr gezielt nach Abläufen einer Schlacht gefragt werden, so Ardeleanu.
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4b. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Deutschland...

 

2800 Jahre altes Hügelgrab wurde in Graben freigelegt
Quelle: nordbayern vom 03.11.2020 (Lidia Piechulek)

GRABEN - Zwei Archäologen haben in den vergangenen Tagen ein vermutlich hallstattzeitliches Hügelgrab bei Graben gesichert – und das unter höchster Geheimhaltung: Denn Raubgräber, die sich aus Neugier oder wirtschaftlichen Interessen an solchen Fundstätten zu schaffen machen, sind immer wieder ein Problem.

Ein paar weiße, unförmige Kalksteine, ein beachtlicher Haufen Tonscherben und ein paar verkohlte Flecken auf der Erde: Augenscheinlich sieht der archäologische Fund am Rand eines Rettichfelds unweit des VfL-Sportplatzes eher unscheinbar aus. Anfang Oktober hatte eine Baufirma unterhalb der Straße von Graben nach Bubenheim den Oberboden abgetragen, um das Fundament für den künftigen Radweg zu schaffen – und dabei eine besondere Entdeckung gemacht.
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Elias Welk und Anke Wunderlich arbeiteten etwa zehn Tage Seite an Seite in einem Erdloch und trugen den urgeschichtlichen Fund Schicht für Schicht ab.

Elias Welk und Anke Wunderlich arbeiteten etwa zehn Tage Seite an Seite in einem Erdloch und trugen den urgeschichtlichen Fund Schicht für Schicht ab.
Foto: Foto: Lidia Piechulek

 

„Außergewöhnlich“: Fast 1.500 Jahre alter Sarg in Tuttlingen verwundert Experten
Quelle: Merkur vom 04.11.2020 (Valentin Betz)

In Baden-Württemberg werden bei Bauarbeiten immer wieder archäologische Funde entdeckt. Im Kreis Tuttlingen bargen Forscher jetzt einen außergewöhnlichen Sarg.

Balgheim - Baden-Württemberg ist nicht gerade das Paradebeispiel, wenn es um das Thema Archäologie geht. Dennoch gab es auch im Südwesten schon spektakuläre Entdeckungen aus der Vergangenheit. Im Kreis Tuttlingen machten Forscher jetzt bei der Erschließung eines Neubaugebiets einen bemerkenswerten Fund.

Der Sarg wird jetzt vom Landesamt für Denkmalpflege in 
Ludwigsburg untersucht. Funde wie diese sind selbst für Archäologen außergewöhnlich


Tuttlingen: Archäologen bergen den Sarg aus der Erde

Tuttlingen: Archäologen bargen den Sarg aus der Erde
© Landesamt für Denkmalpflege

 

Archäologen finden römisches Steinhaus in Weißenburg
Quelle: nordbayern vom 05.11.2020 (Jan Stephan)

Im Vorfeld eines Hausbaus im Steinleinsfurt tauchen bei einer Grabung zwei übereinanderliegende römische Steinbauten auf.

WEISSENBURG - Ein weiteres Stück römisches Weißenburg ist bei archäologischen Grabungen im Steinleinsfurt gefunden worden. Nur wenige Zentimeter unter der Humusschicht schlummerten die Reste eines antiken Steingebäudes. Es dürfte aus der Zeit um 180 n. Chr. stammen und Teil eines gehobeneren Wohnviertels in direkter Nähe zum Kastell gewesen sein. 

Die Grabung wurde nötig, weil auf dem frei stehenden Areal ein Haus gebaut werden soll. Der Weißenburger Archäologe Markus Arnolds von der Grabungsfirma ADA Archäologie, übernahm in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege die Arbeit vor Ort.

Er hatte in diesem Jahr bereits ein römisches Steingebäude in der Alten Weimersheimer Straße zutage gefördert. An einer Stelle Weißenburgs, von der Fachleute bislang glaubten, dass dort keine römische Bebauung mehr vorhanden war. Erst recht keine hochwertige aus Stein.
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Bei den Grabungen im Steinleinsfurt tauchten die Reste eines steinernen Gebäudes aus der Römerzeit auf. Archäologen hatten bislang keine Bebauung in diesem Bereich des antiken Biriciana vermutet.

Bei den Grabungen im Steinleinsfurt tauchten die Reste eines steinernen Gebäudes aus der Römerzeit auf. Archäologen hatten bislang keine Bebauung in diesem Bereich des antiken Biriciana vermutet.

04.11.2020

Foto: Foto: ADA Archäologie

 

Historischer Brunnenfund auf der Feuerwehr-Baustelle
Quelle: MAZ vom 09.11.2020 (MAZ-Online)

Archäologen haben bei ihren Untersuchungen auf dem Baufeld für die Brieselanger Feuerwehr Reste eines Brunnens aus der Bronzezeit gefunden. Es ist nicht die erste Entdeckung dieser Art.


Brieselang- Kaum haben die Archäologen ihre Arbeit in Brieselang wieder aufgenommen, schon sind sie erneut fündig geworden: Der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Bredow verzögert sich weiter.

Die Experten der Archäologie Manufaktur GmbH aus Wustermark haben im Zuge ihrer bodendenkmalpflegerischen Untersuchungen nun einen bronzezeitlichen Flechtwerkbrunnen freigelegt, der vermutlich aus den Jahren 1500 bis 1200 vor Christus stammt. Eine genaue Datierung kann aber erst erfolgen, sobald die weiteren Analysen zu einem Ergebnis geführt haben.
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Archäologen finden auf der Feuerwehrbaustelle einen Flechtwerkbrunnen.

Archäologen finden auf der Feuerwehrbaustelle einen Flechtwerkbrunnen. 
Quelle: Gemeinde Brieselang

ARCHÄOLOGISCHER KRIMI: Neue Wende im Fachstreit um die Himmelsscheibe von Nebra
Quelle: der Standard vom 13.11.2020 (red, APA)

Wie alt ist die 1999 in Deutschland entdeckte berühmte Himmelsdarstellung aus Bronze und Gold? Eine neue Studie widerspricht jüngsten Behauptungen

Der Archäologie-Krimi um die berühmte Himmelsscheibe von Nebra ist um eine Wendung reicher. Seit ihrer Entdeckung gilt sie mit einem Alter von zumindest 3.600 Jahren als die älteste Himmelsdarstellung der Welt und zählt zu den bedeutendsten archäologischen Funden Deutschlands. Doch um das tatsächliche Alter der Scheibe ist unter Experten jüngst ein Streit entbrannt: 
Im September hatten zwei deutsche Forscher nach neuen Analysen berichtet, dass die Darstellung deutlich jünger sei als zuvor angenommen – um ganze 1.000 Jahre. Demnach stamme die Himmelsscheibe nicht aus der Bronzezeit, sondern aus der Eisenzeit. Der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt widersprach umgehend.
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Die rund zwei Kilogramm schwere und im Durchmesser 32 Zentimeter große Himmelsscheibe zeigt Sonne, Mond und nach Annahmen von Archäologen vermutlich auch die Plejaden.
Foto: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie/J. Lipták.

Zum gleich Thema:
Wie bedeutend ist Himmelsscheibe wirklich? Halle schlägt im Gelehrtenstreit zurück
Quelle: MZ vom 13.11.2020 (dpa)

Halle (Saale) - Ist die Himmelsscheibe von Nebra tatsächlich der bedeutsame Fund aus der Bronzezeit, für den sie gehalten wird? 
Prähistoriker aus Bayern und Hessen zweifelten das im September öffentlich an. Ein 13-köpfiges Forscherteam aus Sachsen-Anhalt schlägt nun zurück. 

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als die älteste konkrete astronomische Darstellung der Welt. Sie ist einer der bestuntersuchten archäologischen Funde der letzten Jahrzehnte. Entsprechend stolz darauf sind Sachsen-Anhalts Archäologen und entsprechend empört waren sie, als zwei Kollegen aus Bayern und Hessen das Alter der Scheibe, das bislang mit rund 3600 Jahren angegeben wurde, im September öffentlich anzweifelten.

Mit einer 13-köpfigen Forschergruppe schlägt Halle zurück


Mit einer 13-köpfigen Forschergruppe schlägt das Landesmuseum für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt im Gelehrtenstreit nun zurück.
„Die Scheibe stammt eindeutig aus der frühen Bronzezeit“, sagte Landesarchäologe Harald Meller der Deutschen Presse-Agentur. Mit seinem Forscherteam kontert Meller die Zweifel seiner Kollegen an der Entstehung der Scheibe in der Bronzezeit nun in einem Artikel in der Wiener Fachzeitschrift „Archaeologia Austriaca“ (Band 104/2020, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien).
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4c. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus aller Welt...

 

Hier finden Sie eine Übersicht über archäologische Artikel in der Zeitung „the guardian“  

(14.11.2020) Nearly 100 coffins buried over 2,500 years ago found in Egypt 
(14.11.2020) New museum in Nigeria raises hopes of resolution to Benin bronzes dispute 
(10.11.2020) Two million-year-old skull of human cousin found by Australian team in South African cave 
(07.11.2020) Druids face defeat as bulldozers get set for Stonehenge bypass  
(04.11.2020) Dorset mega henge may be ‘last hurrah’ of stone-age builders  
(30.10.2020)  Secrets of the Saqqara Tomb review – hidden depths in ancient Egypt

 

 

 

Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Quelle: Max-Planck-Institut vom 29.10.2020 (SJ/MM)

Forschende identifizieren 34.000 Jahre alte frühe Ostasiatin mit gemischter eurasischer Abstammung

Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert. Sie konnten belegen, dass die 34.000 Jahre alte Frau rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt hat. Die Vorfahren heute lebender Menschen hatten den eurasischen Kontinent folglich schon kurz nach der ersten Besiedlung erneut durchquert. Die Studie zeigt auch, dass das Erbgut der Frau, sowie auch das eines 40.000 Jahre alten Individuums aus China, DNA-Segmente von Denisovanern enthielt, einer ausgestorbenen Homininenform, die vor der Ankunft des modernen Menschen in Asien lebte.

Originalveröffentlichung:
Denisovan ancestry and population history of early East Asians
Quelle: Science vom 29.10.2020




Die im Salkhit-Tal in der östlichen Mongolei gefundene Schädeldecke gehörte einer Frau, die vor 34.000 Jahren lebte.… 

© Institut für Archäologie, Mongolische Akademie der Wissenschaften

 

Ältester Apfel Wiens entdeckt
Quelle: Die Presse vom 11.11.2020 (APA)

Bei der Ausgrabung einer jungsteinzeitlichen Siedlung in Wien-Oberlaa wurden Reste eines verkohlten Wildapfels geborgen.

In Wien-Oberlaa ist ein Apfel beim Dörren versehentlich verbrannt und daraufhin im Abfall entsorgt worden. Nun wurde er wiedergefunden - nicht von der Müllabfuhr, sondern von den Archäologen. Denn das Haushaltsmissgeschick passierte vor rund 4000 Jahren. Bei den Überresten handelt es sich wohl um den ältesten Apfel Wiens.

Der Fund wurde von der Stadtarchäologie Wien und der Universität für Bodenkultur passend zum "Tag des Apfels" am zweiten Freitag im November (13. November) gemeldet. Entdeckt wurden zwei eher unförmige Klumpen, die zunächst genauer untersucht werden mussten. Ergebnis: Es handelt sich um Reste eines verkohlten Wildapfels, der bei der Ausgrabung einer jungsteinzeitlichen Siedlung in der Grundäckergasse geborgen wurde.
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Bei der Ausgrabung einer jungsteinzeitlichen Siedlung in der Grundäckergasse konnten die verkohlten Reste eines Wildapfels geborgen werden.

 

Bei der Ausgrabung einer jungsteinzeitlichen Siedlung in der Grundäckergasse konnten die verkohlten Reste eines Wildapfels geborgen werden. APA/STADTARCHÄOLOGIE WIEN

Tempel von Esna wieder in Farbe zu sehen
Quelle: Arch. Online vom 13.11.2020 (Uni Tübingen / CS)

Deutsch-ägyptisches Forschungsprojekt legt Originalfarben rund 2.000 Jahre alter Inschriften frei

Über 200 Jahre nach der Wiederentdeckung eines ägyptischen Tempels hat ein deutsch-ägyptisches Forschungsteam die Originalfarben rund 2.000 Jahre alter Inschriften freigelegt: Von dicken Schichten aus Ruß und Schmutz befreit, sind Reliefszenen und Inschriften nun wieder in bunten Farben zu bestaunen. Das von dem Ägyptologen Professor Christian Leitz geleitete Projekt stieß zudem auf neue Inschriften, die unter anderem erstmals die Namen altägyptischer Sternbilder offenbaren. Die Restaurationsarbeiten finden in einer Kooperation des Instituts für die Kulturen des Alten Orients (IANES) an der Universität Tübingen und des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer statt.
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Ägyptische Sternbilder an der Decke des Tempels von Esna

Ägyptische Sternbilder an der Decke des Tempels von Esna mit bislang unbekannten Tintenschriften. Ganz rechts der Ostwind in Skarabäusgestalt mit Widderkopf. (Foto: Ahmed Amin)

Altai Pastoralism Project erhält Förderung
Quelle: Arch. Online vom 13.11.2020 (MPI SHH/CS)

Das Rise of Altai Mountain Pastoralism Project (RAMPP) untersucht die rätselhafte Afanasievo-Kultur sowie die Ausbreitung von Molkerei und Viehzucht in der Altai-Region. Zur Untersuchung der ältesten Viehzüchtergesellschaften in Mittelasien erhielt Dr. Taylor Hermes aus der Abteilung für Archäogenetik des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte Fördermittel der National Geographic Society und der Wenner-Gren-Stiftung in Höhe von 50.000 $.

Mit der Ankunft der Afanasievo-Kultur vor mehr als 5000 Jahren führten ihre Mitglieder domestizierte Schafe, Ziegen und Rinder in das Altai-Gebirge ein. Doch trotz ihres noch heute spürbaren pastoralistischen Erbes, hinterließen die Menschen der Afanasievo-Kultur kaum genetische Spuren unter den späteren Bevölkerungen der Region. Dies wirft Fragen über die kulturelle Dynamik hinter der Übernahme der Viehzucht durch lokale Jäger- und Sammlergesellschaften im Altai und weiter östlich in der Mongolei sowie in China auf…
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Afanasievo-Keramikgefäße aus dem Komplex der Elo-Stätte, ausgestellt im Anokhin-Museum in Gorno-Altajsk, Republik Altai, Russland

Afanasievo-Keramikgefäße aus dem Komplex der Elo-Stätte, ausgestellt im Anokhin-Museum in Gorno-Altajsk, Republik Altai, Russland (© Taylor Hermes)

Spektakulärer Fund: Archäologen entdecken nahe Kairo über 100 altägyptische Särge
Quelle: HAZ vom 14.11.2020 (RND/dpa)

·         In der ägyptischen Nekropole Sakkara bei Kairo haben Archäologen über 100 verschlossene aus altägyptischer Zeit entdeckt.

·         Die Särge stammen aus der Spätzeit des Alten Ägypten vor rund 2500 Jahren und der nachfolgenden ptolemäischen Zeit.

·         Dem Antikenminister zufolge könnten an dem Fundort weitere Entdeckungen von „Gräbern von Menschen und Tieren“ folgen.

Kairo -In der Totenstadt Sakkara bei Kairo haben Archäologen erneut Dutzende gut erhaltene Sarkophage aus altägyptischer Zeit entdeckt. Insgesamt handele es sich um mehr als 100 Särge, die geschlossen gewesen seien, sagte der ägyptische Antikenminister Chalid al-Anani am Samstag. Zu dem Fund zählten auch rund 40 Statuen.

Dem Minister zufolge stammen die Särge aus der Spätzeit des Alten Ägypten vor rund 2500 Jahren und der nachfolgenden ptolemäischen Zeit. Ägypten hatte in diesem Jahr bereits zweimal spektakuläre Funde in Sakkara bekannt gegeben. So berichtete Al-Anani Anfang Oktober über den Fund von insgesamt 59 Särgen in sehr gutem Zustand, die ebenfalls seit etwa 2500 Jahren verschlossen gewesen waren.
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Antike Sarkophage in Ägypten

Ägyptische Antiquitätenbeamte gaben die Entdeckung von mindestens 100 antiken Särgen und etwa 40 vergoldeten Statuen bekannt. © Quelle: Fadel Dawood/dpa

Antiker Hermeskopf in Athener Kanalisation entdeckt
Quelle: der Standard vom 16.11.2020 (red, APA)

Der Kopf aus Marmor dürfte vor etwa 2.300 Jahren als Wegweiser gedient haben

Bauarbeiter haben im Zentrum Athens einen wertvollen Marmor-Hermeskopf aus der Antike entdeckt. Der Fund stammt allen Anzeichen nach aus dem dritten oder vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, wie das Kulturministerium in Athen am Sonntag mitteilte. Die Entdecker arbeiteten an der Ausbesserung der Kanalisation der Altstadt und fanden den Kopf in etwa 1,3 Meter Tiefe.

"Abgebildet ist der Gott Hermes in hohem Alter", hieß es in der Mitteilung des Ministeriums weiter. In der Altstadt von Athen werden immer wieder spektakuläre Funde gemacht. Diesmal handelt es sich um den oberen Teil einer sogenannten Herme.
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Frisch aus der Kanalisation: Ein Kopf des griechischen Schutzgottes der Reisenden und Diebe. Foto: AFP

AUSSTELLUNG IN EREMITAGE: Bronze, Stein und Eisen spricht
Quelle: FAZ vom 17.11.2020 (Kerstin Holm)

Die Eröffnung der neuesten Beutekunstausstellung in Russland fand unter Quarantänebedingungen in geradezu mystischem Zwielicht statt. Im fensterlosen Gewölbe der Manege in der Petersburger Eremitage, die seit einigen Jahren für Sonderschauen genutzt wird, begrüßte der Direktor des Hauses Michail Piotrowski das fast nur online anwesende Publikum zum dritten von russischen und deutschen Museen gemeinsam erarbeiteten Archäologieprojekt, das nach den Ausstellungen über die Merowinger 2007 und die Bronzezeit 2013 unter dem Titel „Eisenzeit“ die Trilogie über das frühe „Europa ohne Grenzen“ abschließt.
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Korinthischer Helm

Korinthischer Helm

Wie eine gigantische Tsunamikatastrophe England zur Insel machte
Quelle: WELT vom 18.11.2020 (Florian Stark)

Lange gingen Forscher davon aus, dass die Fluten des „Storegga-Ereignisses“ vor 8000 Jahren das Doggerland in der Nordsee endgültig überfluteten. Neue Analysen von Bohrkernen machen ein anderes Szenario wahrscheinlich.


E
s klingt wie eine Version der berühmten Atlantis-Sage: Mitten im Meer lag eine große Insel. Mildes Klima und ein sanftes Relief machten es ihren Bewohnern leicht, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Der Zugang zu den Ressourcen des Meeres war ebenso bequem wie die Suche nach Essbarem auf den gewellten Ebenen im Inland. Dieses Land hieß Doggerland und bedeckte weite Teile der heutigen Nordsee. Doch vor etwa 8000 Jahren kam eine apokalyptische Katastrophe über das Land. Die Insel, vielleicht so groß wie Mecklenburg-Vorpommern, versank im Meer.


Wie das geschah, versucht ein britisches Forschungsteam unter Führung der Universität Bradford seit Jahren zu ergründen. Dabei geht es auch über die Rolle des sogenannten „Storegga-Ereignisses“, das vor gut 8000 Jahren eine gigantische Tsunamikatastrophe heraufbeschwor. In der 
Fachzeitschrift „Geosciences“ haben die Wissenschaftler jetzt eine Zwischenbilanz ihrer Arbeit vorgelegt.
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Doggerland um 8000 v. Chr. Knapp 2000 Jahre später überflutete der Tsunami der Storegga-Rutschung seine Reste, die heutige Doggerbank
Quelle: Infografik WELT

 

Alltagsdetails von Vulkan-Opfern erforscht
Quelle: mittelbayerische vom 21.11.2020 (© dpa-infocom, dpa)

Der Ausbruch des Vesuvs am 25. Oktober 79 nach Christus überraschte viele Menschen. Archäologen ist es nun gelungen, das Schicksal zweier Opfer zu rekonstruieren.


ROM - Archäologen in Pompeji ist die aufsehenerregende Rekonstruktion zweier antiker Opfer der historischen Vulkan-Katastrophe am Golf von Neapel gelungen.

Die Überreste der beiden Männer, die vermutlich der Ausbruch des Vesuvs am 25. Oktober 79 nach Christus überraschte, wurden bei Grabungen im Bereich einer Vorstadtvilla gefunden, wie das Museum in Pompeji berichtete. Die Fachleute zeigten sich begeistert, wie viele Details über das Duo, etwa zu ihrer Kleidung, sie ermitteln konnten.
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Die Überreste der zwei Männer, die vermutlich vom Ausbruch des Vesuvs am 25. Oktober 79 nach Christus überrascht wurden, sind bei Grabungen im Bereich einer Vorstadtv. Foto: Luigi Spina/Parco Archeologico di Pompei/dpa

Die Überreste der zwei Männer, die vermutlich vom Ausbruch des Vesuvs am 25. Oktober 79 nach Christus überrascht wurden, sind bei Grabungen im Bereich einer Vorstadtvilla. Foto: Luigi Spina/Parco Archeologico di Pompei/dpa

Wiederholte Besiedelungen der afrikanischen Westküste während der Mittleren Steinzeit
Quelle: Arch. Online vom 21.11.2020 (MPI-SHH/AB)

Im Vergleich zu anderen afrikanischen Regionen konnten Ausgrabungen bei Tiémassas in Senegal knapp 40.000 Jahre technologische Kontinuität in dieser Region nachweisen.

In einer im Journal of Archaeological Science Reports veröffentlichten Studie legen Forschende der Université Cheikh Anta Diop de Dakar in Senegal, des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte (MPI-SHH) und der Universität Sheffield Belege für Besiedelungen während der Mittleren Steinzeit an der afrikanischen Westküste dar. Mit einem Alter von 62.000 bis 25.000 Jahren dokumentieren die präzise datierten Fundsammlungen der Region knapp 40.000 Jahre technologische Kontinuität in Westafrika.
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Ausgrabung Tiémassas

Die Ausgrabungsstätte in Tiémassas, die Beweise für mittelalterliche Besetzungen vor 62-25 Tausend Jahren bewahrt. Foto: © K. Niang


 

 

 

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