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Newsletter Oktober 2020

 

Sollte der Newsletter nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier:
http://www.landesverein-urgeschichte.de/Newsletter/Archiv/na.php?showEntry=0&selectedYear=2020

Inhalt:
1. Veranstaltungen des Landesmuseums
2. Veranstaltungen des Nds. Landesvereins für Urgeschichte
3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen
4. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet,
gegliedert nach Niedersachsen, Deutschland und aus aller Welt...

 

1. Veranstaltungen des Landesmuseums
- Änderungen vorbehalten -


Hinweis:

Das Landesmuseum Hannover ist unter Auflagen wieder geöffnet.
Veranstaltungen finden wieder statt.

·         o Die maximale Anzahl der Besucher*innen im Haus ist begrenzt auf insgesamt 250 Personen. Dabei werden die NaturWelten auf 70 Personen, die Sonderausstellung »Duckomenta« auf 50 Personen und die Sonderausstellung »Leonardos Welt« auf 60 Personen limitiert. Bitte haben Sie Verständnis für mögliche Wartezeiten!

·         o Die Öffnung des Museums erfolgt für Einzelbesucher, Paare und Familien und für Gruppen bis zu 10 Personen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

·         o Die Abstandsregelung von mindestens 1,50 m gilt auch im Landesmuseum Hannover. Bitte gehen Sie höflich miteinander um!

·         o Das freiwillige Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Landesmuseum Hannover begrüßen wir. Bitte schützen Sie sich und andere!
o Die Teilnahme an allen 
Veranstaltungen (Führungen, Vorträge, Workshops, u.a.) ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Bitte registrieren Sie sich unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Adresse + Telefonnummer. Es erfolgt eine schriftliche Bestätigung. Vielen Dank!

·          

Wir freuen uns auf Sie!

Quelle: Homepage Nds. Landesmuseum vom 21.09.2020

Sonderausstellungen 

vom 27.03 bis 25.10.2020 (verlängert!)
leonardos welt;  da vinci digital

Vom 10.07. 2020 bis 11.04 2021
duckomenta – das weltenentenmuseum

Vorschau:
04.12.2020 bis 25.05.2021
kinosaurieer, zwischen fantasie und Forschung

Ferienprogramm

Do. 15.10.2020 von 10:00 bis 14:00 Uhr
Goldrausch in der Bronzezeit
Eine spannende Abenteuerreise zu den Schätzen der Bronzezeit: Wir lüften das Geheimnis der goldenen Kreise und stellen Schmuck und andere Gegenstände nach bronzezeitlichen Vorbildern her.
Brigitte von Wintzingerode
Für Kinder ab 8 Jahren
Mit Anmeldung; Pausensnack mitbringen
Museumseintritt + 2,50 €

 

2. Veranstaltungen des Niedersächsischen Landesvereins für Urgeschichte
Änderungen vorbehalten - 


Wichtige Hinweise für Veranstaltungen des Landesvereins  im Landesmuseum Hannover:

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrer Sicherheit können wir die kommenden Veranstaltungen nicht wie gewohnt abhalten, sondern müssen uns für den kommenden Winter an folgendes Prozedere halten:
· Vorträge dürfen von maximal 30 Personen, Workshops und Führungen von maximal 10 Personen besucht werden.
· Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich bei der Sie Name, Anschrift und Kontaktmöglichkeiten (Telefonnummer/E-Mail-Adresse) angeben müssen.
· Die Anmeldung zu den Vorträgen muss via E-Mail an unsere Vereinsadresse Landesverein@gmx.de erfolgen, und wird von uns schriftlich bestätigt. Für den Arch. Kinderclub wurde eine separate E-Mail-Adresse anmeldung-akic@gmx.de  eingerichtet
· Die Daten werden nach §4 der Nds. Corona-Verordnung nur zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten erfasst und nach 3 Wochen Aufbewahrung gelöscht.
· Im Museum ist keinerlei Ausschank erlaubt, und es herrscht Maskenpflicht bis zum Sitzplatz.
· Die Sitzplatzvergabe mit Einzelplätzen ist vom Landesmuseum vorgegeben. Es sind leider keine Ausnahmen möglich.
· Sollten die Landesregierung die Richtlinien verändern, hat das umgehend Auswirkungen auf unser Programm, und kann auch zur kurzfristigen Absage von Veranstaltungen führen. Uns ist bewusst, dass diese Einschränkungen den Genuss unserer Veranstaltungen erheblich trüb

Der Vorstand des Nieders. Landesvereins für Urgeschichte.

Vorträge: (max. 30 Personen unter Berücksichtigung des weiter oben aufgeführten Pandemiekonzepts)  

Do. 08.10.2020 von 18:30 bis 20:00

Dasselbe in grün? Bestattungspraktiken in Spätneolithischen Galeriegräbern
Vortrag: Dr. Eleonore Pape,
Georg-August-Universität Göttingen
Mit Anmeldung:
Landesverein@gmx.de
Kostenlos; Um Spenden wird gebeten


Vorschau:
Do. 12.11.2020 von 18:30 bis 20:00 Uhr
Wohnen und Leben am See-Glücksfall der Forschung: Eine bronzezeitliche Siedlung mit Feuchtbodenerhaltung in Bruszczewo, Polen
Vortrag: Dr. Jutta Kneisel
, Christian-Albrecht-Universität Kiel
Mit Anmeldung:
Landesverein@gmx.de
Kostenlos; Um Spenden wird gebeten

Archäologischer Kinderclub  (max. 10 Personen unter Berücksichtigung des weiter oben aufgeführten Pandemiekonzepts)   

Do., 01.10. und 29.10. von 16:30 bis 18:30 Uhr
Forschen, was das Zeug hält
Ein buntes Programm aus dem Bereich der Archäologie erwartet dich. Selbst Forscher und entdecke das Museum
S
tefanie Abraham +  Brigitte von Wintzingerode
Für Kinder ab 8 Jahren
Mit Anmeldung unter:  
anmeldung-akic@gmx.de
Kostenlos

 


3. Veranstaltungen befreundeter Vereinigungen

 

Vorträge der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover (NGH)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

Vorträge der Ethnologischen Gesellschaft Hannover e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

ArchAN, Archäologischer Arbeitskreis Niedersachsen e.V.
Hier haben Sie Zugang zum Terminkalender des ARCHAN... 
Auf www.archan-nhb.de können Sie auch die aktuelle Sondengängerbroschüre 2019 herunterladen

Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege und Gesellschaft für Denkmalpflege in Niedersachsen e.V.
Hier finden Sie Hinweise auf Veranstaltungen des Landesamtes......
Hier kommen Sie auf die Seite der Gesellschaft für Denkmalpflege....

Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e.V. (FAN)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020... 

Veranstaltungen der Freunde für Archäologie im Braunschweiger Land (FABL)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020....

Paläon, Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere
Hier kommen Sie auf die Homepage...

Archäologischen Gesellschaften in Sachsen-Anhalt (AGISA)
Hier finden Sie Hinweise auf Vorträge und Aktivitäten in 2020...

Archäologische Kommission für Niedersachsen 
Hinweis: Die Archäologische Kommission hat eine neue Homepage: www.ak-niedersachsen.de

 


4a. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Niedersachsen...

 

Archäologie in Ostfriesland: Goldgräber-Stimmung im Moor
Quelle: emderzeitung.de vom 24.08.2020 (Christopher Krull)

Wissenschaftler suchten in Berumerfehn Hinweise auf Siedlungen.

Berumerfehn - Archäologen haben im Berumerfehntjer Moor auf dem Boden eines verlandeten Sees nach Spuren gesucht, die auf menschliches Leben nach der Eiszeit hindeuten könnten. Einige vage Indizien dafür lieferten die Funde den Wissenschaftlern des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung ausmachen, als sie in der vergangenen Woche in der Einöde zwischen Berumerfehn und Großheide mit Bagger, Spaten und Goldgräber-Sieben auf einem Wildacker in einem vorher bereits begutachteten Moorgebiet arbeiteten. Sie hofften, dass sich in den Erdschichten des Seebodens Alltagsgegenstände aus Holz, Knochen und Geweih erhalten haben könnten, die einen genaueren Aufschluss über Ernährung und Lebensweisen in der Steinzeit dieser Region geben. „Bis auf einige Feuersteine und Holzreste, die auf eine menschliche Bearbeitung hinweisen, haben wir aber nichts gefunden“, sagte Projektleiterin Dr. Svea Mahlstedt.
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Grabungspraktikant Lars Schüler von der Universität Rostock untersucht in dem archäologischen Graben mit Kelle und Baukübel einen Steinfund.

Auf Suche in der Einhornhöhle
Quelle: mittelbayerische vom 01.09.2020

Knochen von Höhlenbären haben sie hier schon gefunden.

Auch Überreste von Wisenten und Hirschen. Auf Spuren von Einhörnern werden die Forscher aber wohl nicht stoßen. Denn die Fabelwesen haben der Höhle im Bundesland Niedersachsen bloß zum Namen verholfen. Trotzdem machen sich Wissenschaftler in der Einhornhöhle immer wieder auf Spurensuche, und zwar nach denen der Neandertaler. Neandertaler waren Frühmenschen, die vor einigen Hunderttausendjahren lebten.

Diesmal wollen sich die Forscher einen Teil des Inneren und den ehemaligen Eingang der Höhle untersuchen. Heute ist dieser Eingang verschüttet. Das Innere erreicht man über andere Stellen. Doch früher war das anders. „Die Neandertaler sind hier durch diesen Bereich in die Höhle reingegangen“, sagt einer der Wissenschaftler. Deswegen hoffen die Forscher, uralte Spuren zu entdecken. Sie wollen so herausfinden, was die Neandertaler an der Höhle genau gemacht haben.
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Die Forscher suchen an der Einhornhöhle nach Spuren der Neandertaler. Foto: Swen Pförtner/dpa


Die Forscher suchen an der Einhornhöhle nach Spuren der Neandertaler. Foto: Swen Pförtner/dpa

Kreismuseum präsentiert Ausstellung zur Archäologie am Heiligenberg: „Das ist Heimatgeschichte“
Quelle: MK-kreiszeitung.de vom 13.09.2020 (Michael Walter)

Syke – Ab und zu muss er das Wort „Kreis“ in Kreismuseum Syke ein wenig deutlicher betonen: „Wir sind das Museum für den ganzen Landkreis und haben uns auch immer bemüht, das auch in unserer Ausstellung wiederzugeben“, sagt Leiter Ralf Vogeding. Mit seiner neuen Ausstellung kommt er diesem Anspruch nach.

Das Kreismuseum dokumentiert im Ackerbürgerhaus die Archäologie am Heiligenberg in Bruchhausen-Vilsen. Seit 2011 forschen dort verschiedene Teams unter der Leitung der Archäologin Simone Arnhold von der Uni Halle-Wittenberg nach Spuren der frühmittelalterlichen Burganlage, die dort einmal gestanden hat, und des Klosters, das in späteren Jahrhunderten dort war.

Die Ausstellung dazu ist relativ klein, aber in ihrer Kompaktheit umfassend. Alle Grabungskampagnen sind darin dokumentiert, und wer will, kann die gesamte Geschichte Heiligenbergs nachvollziehen – soweit sie bekannt ist.
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Archäologin Simone Arnhold und Friedrich-Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalpflege vor dem Ausstellungsplakat: Das Kreismuseum zeigt im Ackerbürgerhaus ausgesuchte Funde von den Grabungen beim Forsthaus Heiligenberg und dokumentiert die Geschichte dieses Ortes über mehrere Jahrhunderte.

Archäologin Simone Arnhold und Friedrich-Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalpflege vor dem Ausstellungsplakat: Das Kreismuseum zeigt im Ackerbürgerhaus ausgesuchte Funde von den Grabungen beim Forsthaus Heiligenberg und dokumentiert die Geschichte dieses Ortes über mehrere Jahrhunderte. Foto: Michael Walter

Forschungsgelder für Schöninger Speere
Quelle: ndr.de vom 15.09.2020

Die rund 300.000 Jahre alten Schöninger Speere werden weiter erforscht. Das Gemeinschaftsprojekt der Universität Göttingen und des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege wird mit 480.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Die Speere gelten als die ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit und wurden in den 1990er Jahren im Schöninger Braunkohletagebau im Landkreis Helmstedt gefunden. Die Speere sollen nach Angaben der Universität Göttingen nun mit modernen bildgebenden Verfahren untersucht werden, um mehr über ihre Herstellung und Nutzung zu erfahren.
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Tim Koddenberg von der Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen untersucht die Oberfläche eines Holzstückes mit einem hoch auflösenden Digitalmikroskop. © Georg-August-Universität Göttingen

Die Schöninger Speere sollen mit neuen Methoden weiter untersucht werden.
Foto: Georg-August-Universität Göttingen

Archäologen entdecken erstes Hünengrab in Stade
Quelle: tageblatt.de vom 16.09.2020 (Wilfried Stief)

STADE. Die Archäologen haben in der Hansestadt Stade das erste Hünengrab gefunden. Nur zum Bruchteil freigelegt, sind schon viele Fragen aufgetaucht. Eine konnte schon beantwortet werden: Wann das Grab ausgeräubert wurde.

Wer die Heidesiedlung auf dem Stadtweg verlässt, sieht das erste Stader Hünengrab gleich rechter Hand liegen. Zumindest das, was davon übrig ist. Ein Team von Helfern um Grabungsleiterin Andrea Finck, darunter die AG Archäologie, hat vor einer Woche begonnen, Schicht um Schicht freizulegen. Deutlich von der Straße aus zu sehen, ist ein großer Findling, der den Standort des Hünengrabes kennzeichnet.

Die Archäologen um Dr. Andreas Schäfer schauen aber genauer hin. Behutsam gehen sie vor, um die noch vorhandenen Spuren, die bis ins Jahr 3500 vor Christus zurückreichen, zu sichern. Damals, so Schäfer haben die Siedler in der Region solche monumentalen Anlagen errichtet.
Weiterlesen nur nach Anmeldung (5 Artikel /Monat frei)




Zentimeter für Zentimeter der Vergangenheit auf der Spur: das Grabungsteam. Von links Carla Fromme (hinten), Leila Khani, Andrea Finck, Bernd Aye und Ulrike Ek. Foto: Stief

Römischer Schienenpanzer in Kalkriese entdeckt
Quelle: Arch. Online vom 25.09.2020 (Museum und Park Kalkriese / CS)

In Kalkriese am Ort der Varusschlacht haben die Archäologen einen herausragenden Fund gemacht: einen römischen Schienenpanzer aus augusteischer Zeit. Diese aus mehreren Metallplatten zusammengesetzte Rüstung schützte über Jahrhunderte die Oberkörper der römischen Legionäre. "Er ist bislang der älteste und der einzig erhaltene römische Schienenpanzer. Dieser Fund liefert uns gänzlich neue Einblicke in die römische Rüstungstechnik.", erklärt Prof. Dr. Salvatore Ortisi von der Ludwig-Maximilians-Universität München und derzeit noch kommissarischer Leiter der Wissenschaftsabteilung am Museum und Park Kalkriese.

"In seiner unerwartet guten Erhaltung erfordert der Neufund aus Kalkriese eine Revision unseres bisherigen Wissens über den Standard römischer Militärtechnik.", sagt der Archäologe und Geschäftsführer vom Museum und Park Kalkriese Dr. Stefan Burmeister. Obwohl der Schienenpanzer zur festen Ausstattung der römischen Armee gehörte und in römischer Zeit vielfach abgebildet wurde, gibt es kaum Funde, die uns über das reale Erscheinungsbild und die technischen Details dieser Schutzrüstung in Kenntnis setzen. Bislang musste man immer ins englische Corbridge schauen, wo sechs Hälften von Schienenpanzern gefunden wurden. Diese stammen jedoch aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und sind damit über 100 Jahre jünger als der neue Fund aus Kalkriese.
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Linker Hals- und Schulterbereich des Kalkrieser Schienenpanzers

Linker Hals- und Schulterbereich des Kalkrieser Schienenpanzers. Foto: Rebekka Kuiter © Varusschlacht im Osnabrücker Land

 

 

Mit Video (16:55 min) über Fund, Bergung, Untersuchungen und teilweise Freilegung

 


4b. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus Deutschland...

 

 

RÖMERLAGER BEI HOFHEIM: Eine Scherbe als wertvollstes Fundstück
Quelle: FAZ vom 30.08.2020  (JAN SCHIEFENHÖVEL)

Auf den ersten Blick ist es eine unscheinbare Tonscherbe, die Markus Scholz, Professor für Archäologie an der Frankfurter Universität, auf seiner Handfläche zeigt. Doch die Scherbe, nur einige Zentimeter groß, ist das, wonach er mit seinen Mitarbeitern wochenlang in der Erde eines Ackers bei Hofheim gesucht hat. Sie ist für die Wissenschaftler so wertvoll, weil sie eine Datierung ermöglicht. Das Tonstück wurde in den Überresten eines Marschlagers der römischen Armee entdeckt. Das Alter der Scherbe lässt darauf schließen, wann die Römer an dieser Stelle östlich des Stadtteils Marxheim ihr Zeltlager aufgeschlagen hatten.

Von dem Lager wussten die Wissenschaftler schon vorher, nur deswegen wurde dort gegraben, wo in den nächsten Jahren das Neubaugebiet Marxheim II entstehen soll. Die Umrisse des Lagerplatzes waren bei einer magnetischen Untersuchung des Bodens in den vergangenen Jahren zum Vorschein gekommen. Die Archäologen wussten aber nicht, aus welcher Zeit das Lager stammt, sie vermuteten, aus dem ersten, zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus. Nun wissen sie mehr – dank der Scherbe aus einem Graben, den die römischen Soldaten zur Verteidigung des Lagers ausgehoben hatten.
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Spurensuche: Ein Student tastet mit einem Metalldetektor den Boden ab.

Spurensuche: Ein Student tastet mit einem Metalldetektor den Boden ab.

Ausgrabung legt mehr als 8000 Jahre altes Grab frei
Quelle: SZ vom 01.09.2020  (dpa/bb)

Gerswalde - Ein mehr als 8000 Jahre altes Grab eines Ur-Brandenburgers haben Archäologen auf dem Weinberg in Gerswalde (Uckermark) freigelegt. In dem Grab, das bereits durch die moderne Landnutzung beschädigt gewesen sei, befanden sich die wesentlichen Teile eines Skeletts, teilte das Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum am Dienstag mit. Die Bestattung wurde im Block geborgen und soll nun untersucht werden.

Laut dem Landesamt handelt es sich bei dem seit 1962 bekannten Bestattungsplatz in dem Gerswalder Ortsteil Groß Fredenwalde um Deutschlands ältesten Friedhof. Bei Ausgrabungen wurden bislang fünf Gräber mit Überresten von zehn Menschen gefunden. Die Gräber gehen laut der Archäologen auf etwa 6400 bis 4900 vor Christus zurück. Die Ausgrabungen lieferten wichtige Erkenntnisse für den Übergang von der Mittelsteinzeit mit ihren nicht sesshaften Kulturen zur Jungsteinzeit mit Ackerbau und Viehzucht.

 

Wissenschaftler zweifeln am Alter der Himmelsscheibe
Quelle: mdr vom 03.09.2020 (MDR,dpa,afp/jw)  

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung. Sie wurde der Bronzezeit zugeordnet. Doch jetzt zweifeln Wissenschaftler daran, dass sie so alt sein soll. Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Meller widerspricht.

Wissenschaftler aus Frankfurt am Main und München zweifeln das Alter der Himmelsscheibe von Nebra an. Der Direktor der Archäologischen Staatssammlung München und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität, Rupert Gebhard, sowie Rüdiger Krause, Professor für Vor- und Frühgeschichte Europas an der Goethe-Universität Frankfurt/Main, haben nach eigenen Angaben erneut die verschiedensten Daten zur Rekonstruktion von Fundort und Begleitumständen analysiert.

Himmelsscheibe nur 2.800 Jahre alt?
Sie halten die Scheibe für echt, aber 1.000 Jahre jünger als bisher angenommen. Ihrer Ansicht nach stammt sie aus der Eisenzeit, wäre 2.800 Jahre alt. Dagegen stammten die mit der Scheibe sichergestellten Bronzestücke nach ihren Angaben tatsächlich aus der Bronzezeit und seien etwa 3.600 Jahre alt.

All diese Geschichten und Erzählungen fallen haltlos in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

Rüdiger Krause, Professor für Vor- und Frühgeschichte, Goethe-Universität Frankfurt/Main
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Die Himmelsscheibe von Nebra steht in einer Glasvitrine

Stammt die Himmelsscheibe nicht aus der Bronzezeit-sondern aus der Eisenzeit?
Bildrechte: dpa

Das Westallgäu als Brücke im europäischen Wirtschaftsraum der Bronzezeit
Quelle: Pressemitteilung der Universität Tübingen vom 07.09.2020

Schon vor mehr als 3.000 Jahren investierten Menschen in Regionen, um vom Handel zu profitieren, sagt ein Team des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen der Universität Tübingen

Das Westallgäu in der Region um die heute wachsende Stadt Leutkirch war bereits vor mehr als 3.000 Jahren, in der Bronzezeit, dichter besiedelt als bislang angenommen. Das ergaben jüngste Arbeiten von Forscherinnen und Forschern aus der Archäologie und Geografie im Sonderforschungsbereich 1070 RessourcenKulturen der Universität Tübingen. Dabei sei die Region mit feuchtem Klima und langen harten Wintern kein besonders günstiger Siedlungsraum gewesen, so das Team. Die schmelzenden Gletscher der letzten Eiszeit hätten kiesige Böden hinterlassen und die Region liege höher als die angrenzenden Gebiete im Norden und Westen, die wärmer seien und über bessere Böden verfügten. Diese Nachteile wurden aus Sicht der prähistorischen Menschen offenbar durch die günstige Lage an großen Fernhandelsrouten wieder wettgemacht. Erste Ergebnisse der Nachforschungen wurden in der neuesten Ausgabe der Archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg, dem Jahrbuch der Landesdenkmalpflege, veröffentlicht.
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Karte Westallgäu

Tübinger Archäologinnen und Archäologen stellen fest, dass in der Bronzezeit transeuropäische Handelswege das bei Klima und Böden ungünstige Westallgäu attraktiv machten. Die Karte zeigt dessen Lage im Verhältnis zu weiteren Landschaften, die im Laufe des Projekts untersucht wurden.

Vorgängerbau an den Kreisgrabenanlagen Schönebeck entdeckt
Quelle: SZ vom 07.09.2020 (dpa/sa)  

Schönebeck/Pömmelte  - Archäologen haben an der Kreisgrabenanlage Schönebeck (Salzlandkreis) einen älteren Vorgängerbau entdeckt. "Es handelt sich um eine quadratische Grabenstruktur mit ungefähr 11 Metern Seitenlänge, etwa 4800 bis 4500 Jahre alt", sagte die Projektleiterin der Universität Halle, Franziska Knoll, am Mittwoch auf der Grabungsfläche. "Vor einigen Jahren wurde bereits ein nahezu identisches, fast quadratisches Geviert, allerdings mit ungefähr 14 Metern Seitenlänge, an der Kreisgrabenanlage Pömmelte entdeckt." In beiden Grabenstrukturen sind je zwei Einlässe erhalten, die in etwa zur Winter- und Sommersonnwende orientiert sind.

"Die Erbauer von Pömmelte und Schönebeck haben diese älteren Strukturen wohl oberirdisch noch erkannt und deshalb nicht überbaut", sagte Knoll. Zudem fanden die Forscher südöstlich des Ringheiligtums Pömmelte einen einst monumentalen, trapezförmigen Grabbau mit Zentralbestattung, etwa 6000 bis 5400 Jahre alt. Diese wird in den kommenden Wochen freigelegt.
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Weiterer Artikel:
Neue Erkenntnisse zur Sakrallandschaft zwischen den Ringheiligtümern Pömmelte und Schönebeck
Quelle: Arch. Online vom 14.09.2020 (LDA LSA / AB)


Archäologie

Foto: dpa
Blick auf das Ringheiligtum. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

 

Weitere Bergung aus Fürstengrab: Landesmuseum analysiert nun historischen Zufallsfund
Quelle: MZ vom 10.09.2020 Quelle: MZ vom 10.09.2020 (Dirk Skrzypczak)

Halle (Saale)/Hackpfüffel - Bei Hackpfüffel (Landkreis Mansfeld-Südharz) ist am Donnerstag ein Artefakt aus der Zeit der Völkerwanderung aus einem Fürstengrab geborgen worden. Dabei handelt es sich offenbar um einen Bronzekessel, dessen Inhalt noch unbekannt ist. „Wir haben uns für die Blockbergung entschieden, weil wir ansonsten mindestens sechs Wochen benötigt hätten, um den Fund vor Ort zu untersuchen“, sagte Archäologin Susanne Friederich der MZ.

Historischer Fürstenhof bei Bauarbeiten entdeckt
Im Landesmuseums für Vorgeschichte und Archäologie in Halle sollen die Stücke nun analysiert werden. Bei Bauarbeiten für eine Hühnerzucht waren Archäologen, die die Baustelle betreuen, zunächst auf eine Siedlung aus der Eisenzeit (500 vor Christus) gestoßen.

Anschließend entdeckten sie 60 unversehrte Gräber, die von einem Fürstenhof stammen und 1.500 Jahre alt sind. Neben den Knochen der Verstorbenen fanden die Wissenschaftler zudem wertvolle Glaskunst, Goldmünzen, kunstvolle Gewandspannen aus Silber, die vergoldet wurden und Stoffreste von Textilien.
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fuerstengrab (10)


Bei Bauarbeiten für eine Hühnerzucht wurde ein Artefakt aus der Zeit der Völkerwanderung aus einem Fürstengrab gefunden. Foto: Steffen Schellhorn


Goldmünze

Im Gräberfeld des Fürstenhofs fanden die Archäologen auch Goldmünzen aus der Zeit der Völkerwanderung. Aber auch kunstvolle Gewandfibeln und wertvolle Arbeiten aus Glas wurden sichergestellt. Die Stücke werden nun in Halle untersucht und restauriert.
Foto: Steffen Schellhorn

(Aus einem weiteren Artikel in der MZ vom 10.09.2020)

Funde des keltischen Heidengrabens belegen dichte Besiedlung
Quelle: WELT vom 17.09.2020 (dpa / lsw)

Der Heidengraben ist die größte befestigte Siedlung der vorrömischen Zeit in Europa. Ausgrabungen liefern nun neue Erkenntnisse über die Kelten, denn über ihre Kultur und ihr Alltagsleben ist wenig bekannt.

Erkenbrechtsweiler  - Die größte bekannte keltische Befestigungsanlage auf dem europäischen Kontinent - der Heidengraben im Kreis Esslingen - ist nach Auskunft der Landesdenkmalpflege vom Donnerstag sehr viel dichter bebaut und besiedelt gewesen als angenommen. Die Experten gingen bisher davon aus, dass nur das eigentliche Siedlungszentrum, die «Elsachstadt», dicht bebaut war. Der Innenraum der Siedlung, in denen der landbesitzende spätkeltische Adel lebte, galt demgegenüber als eher dünn besiedelt.

Neue archäologische Funde zeichnen ein neues Bild. «Vor allem scheint das weitere Vorfeld der «Elsachstadt» ähnlich intensiv besiedelt gewesen zu sein wie das eigentliche Siedlungszentrum», sagte Landeskonservator Jörg Bofinger. ……
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Jörg Bofinger steht in der Ausgrabungsstätte im Heidengraben. Foto: Tom Weller/dpa

Quelle: dpa-infocom GmbH

 

Uralte Dame von Bietikow älter als 5000 Jahre
Quelle: SZ vom 17.09.2020 (dpa/bb)

Berlin/Bietikow  - Das entdeckte Frauenskelett aus der Uckermark ist älter als 5000 Jahre. Das sagte Archäologe Philipp Roskoschinski der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Gemeinsam mit einem Kollegen hatte er die "Dame" im Mai bei Erdarbeiten für die Errichtung von Windkraftanlagen im Ort Bietikow gefunden. Die Frau lebte seinen Angaben zufolge wahrscheinlich zwischen 3500 und 3100 vor Christus - höchstwahrscheinlich zwischen 3400 und 3300 v. Chr. Zunächst hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Damit sei die brandenburgische Landesarchäologie um einen seltenen und besonderen Befund reicher, hatte Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege dem Blatt gesagt.
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Einzigartige Schätze aus 1500 Jahre altem Gräberfeld
Quelle: SZ vom 18.09.2020 (dpa/sa)

Brücken-Hackpfüffel  - Archäologen haben ein komplettes, rund 1500 Jahre altes Gräberfeld mit reichen Grabbeigaben nahe der Ortschaft Brücken-Hackpfüffel (Landkreis Mansfeld-Südharz) entdeckt. "In Deutschland ist das der Sensationsfund der letzten 40 Jahre", sagte Projektleiterin und Archäologin Susanne Friederich vom Landesmuseum Halle. "Die einzigartigen Funde lassen darauf schließen, dass hier höhergestellte Persönlichkeiten beerdigt wurden." Die Experten vermuten in der Nähe des Friedhofes die Siedlung eines Fürstenhofes aus der Zeit von 480 bis 530. Das Areal wurde bei Bauarbeiten für eine Hühnerzuchtanlage zufällig entdeckt.

Ein mit geschwungenen Rillen verzierter Spitzbecher aus Glas sieht aus, als komme er frisch aus der Glasbläserei. "Das ist das Gefäß für eine Schwimmdochtlampe", sagte Friedrich.
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Archäologie

Foto: dpa
Archäologe Arnold Muhl zeigt eine Schatulle mit Gewandspangen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

 

 


4c. Kurz berichtet ... / Aus dem Internet, Berichte aus aller Welt...

Hier finden Sie eine Übersicht über archäologische Artikel in der Zeitung „the guardian“  
 
(16.09.2020)
Neolithic paintings in Spain reveal art was social activity for both sexes 
(16.09.2020) From the archive, 1924: Stonehenge, its place in British prehistory
(01.09.2020) Bronze age Britons made keepsakes from parts of dead relatives, archaeologists say
(30.08.2020) Wildfire breaks out near tomb of Agamemnon in Greece
(29.08.2020) Hadrian’s Wall dig reveals oldest Christian graffiti on chalice
(24.08.2020) 1,100-year-old gold coins found at dig site in Israel

 

Überreste von 3200 Jahre alter Festung in Israel gefunden  
Quelle: mittelbayerische vom 23.08.2020 (© dpa-infocom, dpa)

Die quadratische Anlage ist freigelegt. Sie soll kommende Woche feierlich für Besucher öffnen.

TEL AVIV
- Israelische Forscher haben die Überreste einer rund 3200 Jahre alten Festung gefunden. Die 18 mal 18 Meter große Anlage solle am Dienstag feierlich für Besucher geöffnet werden, teilte die Altertumsbehörde am Sonntag mit.

Die Festung sei Mitte des 12. Jahrhunderts vor Christus von den Kanaanitern gebaut worden, als Verteidigung gegen den damaligen Vormarsch der Philister.

Die Kanaaniter lebten vor den Israeliten in dem Gebiet, das dem heutigen Israel und Libanon sowie Teilen von Jordanien und Syrien entspricht. Die Philister tauchten in der späten Bronzezeit im Nahen Osten auf und besiedelten einflussreiche Städte an der Mittelmeerküste, wie Aschkelon und
Gaza.
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Blick auf die Überreste einer rund 3200 Jahre alten Festung, die israelische Forscher in der Nähe von Kiriat Gat gefunden haben. Foto: Emil Aladjem/Israel Antiquities Authority/dpa

Blick auf die Überreste einer rund 3200 Jahre alten Festung, die israelische Forscher in der Nähe von Kiriat Gat gefunden haben. Foto: Emil Aladjem/Israel Antiquities Authority/dpa

Grabung in Israel: Jugendliche finden mehr als 400 Goldmünzen
Quelle: Neue Presse vom 24.08.2020 (RND/dpa)

o Zwei Jugendliche stoßen in Israel auf einen Goldschatz.

o Die Münzen sind in einem perfekten Zustand. 

o Sie stammen aus dem späten neunten

Tel Aviv - Zwei Jugendliche haben bei einer Grabung in Israel einen Goldschatz entdeckt. Der äußerst seltene Fund bestehe aus 425 Münzen, die vor 1100 Jahren vergraben worden seien, teilten die Forscher Liat Nadav-Ziv und Elie Haddad von der israelischen Altertumsbehörde am Montag mit. Die meisten Münzen stammten aus der Zeit der Abbasiden. Sie seien in einem exzellenten Zustand - als wenn sie erst gestern vergraben worden wären.
Jahrhundert.

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Shahar Krispin, Archäologe aus Israel, reinigt Goldmünzen, die in einem Tongefäß vergraben waren. © Quelle: Heidi Levine/SIPA PRESS Pool/AP/

Wie sich Neandertaler an das Klima anpassten  
Quelle: Arch. Online vom 30.08.2020 (Uni Erlangen / AB)

Klimaveränderungen kurz vor ihrem Verschwinden lösten bei den späten Neandertalern in Europa eine komplexe Verhaltensänderung aus: Sie entwickelten ihre Werkzeuge weiter. Das hat eine Forschungsgruppe der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Università degli Studi die Ferrara (UNIFE) anhand von Funden in der niederbayrischen Sesselfelsgrotte herausgefunden.

Neandertaler lebten in einem Zeitraum von etwa 400.000 bis 40.000 Jahren in weiten Teilen Europas und des Nahen Ostens bis an den Rand Sibiriens. Werkzeuge stellten sie aus Holz und glasartigen Gesteinsmaterialien her, die sie zum Teil auch zu kombinierten, etwa um einen Speer mit einer scharfen und zugleich harten Spitze aus Stein zu versehen. Ab etwa 100.000 Jahren vor der heutigen Zeit war ihr Universalwerkzeug zum Schneiden und Schaben ein Messer aus Stein, bei dem der Griff bereits durch eine stumpfe Kante am Stück selber angelegt war. Solche sogenannten »Keilmesser« gab es in verschiedenen Formen – und die Frage ist:
Warum stellten Neandertaler ihre Messer auf so unterschiedliche Weise her? Benutzten sie die Messer für verschiedene Tätigkeiten oder stammen die Messer von verschiedenen Untergruppen der Neandertaler? Diese Thematik stand im Mittelpunkt des internationalen Forschungsprojekts.
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Keilmesser aus der Sesselfelsgrotte

Verschiedene Keilmesser sowie ein einfaches Messer mit Rücken (oben rechts) aus der Zeit der Neandertaler vor 60.000 bis 44.000 Jahren aus der Sesselfelsgrotte bei Kelheim (G-Schichten, Grabungen Prof. Freund, FAU). Foto: D. Delpiano, UNIFE

Künstliches neuronales Netz unterscheidet altsteinzeitliche Werkzeugsets
Quelle: Arch. Online vom 31.08.2020 (MPI SHH / CS) 

Durch die Analyse von Werkzeugformen, welche häufig gemeinsam auftreten, ist es Forschern gelungen, ein künstliches neuronales Netz zu entwickeln, das zuverlässig Werkzeugsets der mittleren und späten Steinzeit in Afrika unterscheidet.

Der Übergang von der mittleren zur späten Steinzeit in Afrika markiert einen einschneidenden Wandel in der Kultur unserer noch als Jäger und Sammler lebenden Vorfahren. Dennoch ist es oft kompliziert, archäologische Funde der einen oder anderen Periode zuzuordnen. Eine neue Studie von Forschern der Universität Liverpool und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena zeigt, wie maschinelles Lernen genutzt werden kann, um die Unterschiede zwischen den Werkzeugsets der mittleren und späten Steinzeit zu identifizieren.

Die ältesten Werkzeugsets der mittleren Steinzeit (MSA – Middle Stone Age) sind mit rund 300.000 Jahren ebenso alt wie die ältesten bekannten Fossilien des Homo sapiens, und wurden noch bis vor rund 30.000 Jahren genutzt. Vor 67.000 Jahren jedoch begannen Veränderungen im Herstellungsprozess der Steinwerkzeuge aufzutreten, die auf eine bedeutende Verhaltensänderung hinweisen. Die neu entstandenen Werkzeugsätze werden mit dem Zusatz LSA für Late Stone Age (späte Steinzeit) gekennzeichnet, sie wurden noch bis in die jüngere Vergangenheit hinein genutzt.
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Eine retuschierte Steinspitze vom archäologischen Fundort Prospect Farm

Eine retuschierte Steinspitze vom archäologischen Fundort Prospect Farm. Solche Spitzen sind typisch für Werkzeugsets aus der mittleren Steinzeit. (© M. Grove)

Vor 7000 Jahren wurden in Arabien gigantische Monumente aus Stein errichtet
Quelle: Arch. Online vom 01.09.2020 (MPI SHH /CS) 

Neue archäologische Forschungen in Saudi-Arabien dokumentieren Hunderte von Bauwerken aus Stein, die als monumentale Stätten interpretiert werden, an denen frühe Viehzüchter Rituale durchführten. In einer neuen Studie, die in der Zeitschrift The Holocene veröffentlicht wurde, stellen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft in Jena zusammen mit saudischen und internationalen Kollaborationspartnern die erste detaillierte Studie über "Mustatil"-Steinbauten in der arabischen Wüste vor.

Dabei handelt es sich um riesige Strukturen aus zu Rechtecken aufgetürmten Steinen, die zu den ältesten Großbauwerken der Welt gehören. Sie geben Einblicke in die Art und Weise, wie frühe Hirtenvölker in den herausfordernden Landschaften der halbtrockenen arabischen Halbinsel überlebten.
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Blick entlang der Längsseite eines Mustatil-Baus


Blick entlang der Längsseite eines Mustatil-Baus. Die Forscher, die ganz klein am hinteren Rand der Struktur zu sehen sind, verdeutlichen dessen gewaltige Dimension. Das Bild zeigt die Struktur dieser Bauten als zwei Plattformen, die durch niedrige Wände verbunden sind. (Foto: Huw Groucutt)

Dreizehn versiegelte Sarkophage in Sakkara entdeckt
Quelle: Selket´s Blog  vom 07.09.2020 (Selket)

In Sakkara haben Archäologen mehr als 13 intakte und versiegelte Sarkophage gefunden. Die Sarkophage wurden in einem 11 Meter tiefen Schacht entdeckt, in dem auch drei versiegelte Nischen gefunden wurden.

Die teilweise noch mit Originalfarben verzierten Särge, die in dem Schacht übereinander gestapelt lagen sind noch komplett versiegelt und wurden somit seit ihrer Bestattung vor 2500 Jahren noch nicht geöffnet.

Der Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer Mustafa Waziri sagte, dass die genaue Anzahl der Särge sowie die Identität und die Titel ihrer Besitzer noch nicht bekannt sind. Weitere Ausgrabungen sollen in den nächsten Tagen die Antworten bringen
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Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
Quelle: Arch. Online vom 11.09.2020 (MPG / AB)

80.000 Jahre alter Neandertaler offenbart kulturelle und genetische Verbindungen zwischen Polen und dem Nordkaukasus

Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus einem Zahn aus der Stajnia-Höhle in Polen extrahierte mitochondriale Genom ähnelt eher dem eines Neandertalers aus dem Kaukasus als den zur damaligen Zeit in Westeuropa lebenden Neandertalern. Auch die am Fundort entdeckten Steinwerkzeuge ähneln denen aus südlichen Gebieten, was darauf hindeutet, dass in der Steppen-/Taiga-Umgebung lebende Neandertaler sich zur Nahrungssuche weiter von ihrem Heimatgebiet entfernten als bisher angenommen. Die Flüsse Prut und Dnjestr wurden wahrscheinlich als Hauptkorridore für die Ausbreitung von Polen in den Kaukasus genutzt.
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Mittelpaläolithische Steinwerkzeuge aus der Stajnia-Höhle

Steinwerkzeuge aus dem Mittelpaläolithikum aus der Stajnia-Höhle: 1-3 Bifaziale Werkzeuge; 4 Vorform eines bifazialen Werkzeugs; 5-8 Levallois-Abschläge. Bild: © Andrea Picin

Der Auslöser der letzten Kaltzeit bleibt ein Rätsel
Quelle: der Standard vom 08.09.2020 (red)  

Neue, bislang exakteste Datierung der Jüngeren Dryas erteilt der Theorie vom Asteroideneinschlag vor 13.000 Jahren eine Absage  

Die Erde befindet sich seit 34 Millionen Jahren in einem Eiszeitalter, jedenfalls wenn man der allgemein anerkannten wissenschaftlichen Definition folgt: Als solches gilt nämlich eine Klimaperiode, in der die Festlandsbereiche zumindest einer der beiden Pole von einer ganzjährigen Eiskappe bedeckt ist. Als vor 2,7 Millionen Jahren auch die Arktis zufror, begann der jüngste Abschnitt dieses sogenannten Känoischen Eiszeitalters, eine Abfolge von meist längeren Kaltzeiten (Glaziale) und kürzeren Warmzeiten (Interglaziale). Aktuell befinden wir uns im Holozän, einem Interglazial, das auf dem besten Wege ist, sich in eine "Heißzeit" zu verwandeln.
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Während der letzten Kaltzeit sah die Fauna und Flora Nordspaniens etwas anders aus als heute.Illustr.: Mauricio Antón/ Plos Biology

39.000 Jahre alter Höhlenbär im sibirischen Permafrost entdeckt
Quelle: der Standard vom 14.09.2020 (red)

Der ausgewachsene Bär ist erstaunlich gut erhalten, auch innere Organe sind intakt. Forscher hoffen, auch DNA der ausgestorbenen Art sichern zu können


Im Norden Russlands ist der gut erhaltene Kadaver eines 39.000 Jahre alten Höhlenbären (Ursus spelaeus) entdeckt worden. "Er ist vollständig intakt, samt innerer Organe und der Schnauze", teilte die Universität Jakutsk mit. Nach Angaben der Uni handelt es sich dabei um das erste vollständige Exemplar eines ausgewachsenen Höhlenbären, das im auftauenden Permafrostboden entdeckt wurde. Höhlenbären lebten in der letzten Kaltzeit und starben vor rund 25.000 Jahren aus.

"Dieser Fund ist von großer Bedeutung", sagte die Paläobiologin Lena Grigoriewa. Von diesen Bären seien bisher nur Knochen und Schädel entdeckt worden. Das Alter des Fundes werde auf bis zu 39.500 Jahre geschätzt, eine exakte Altersbestimmung soll nun die Radiokarbondatierung bringen.
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Die letzten Vertreter der riesigen Höhlenbären dürften vor etwa 25.000 Jahren ausgestorben sein. Das gut erhaltene Exemplar aus Sibirien ist deutlich älter.
Foto: NEFU

Sommerferien im Naturhistorischen Museum Wien
Quelle: der Standard vom 17.09.2020 (Blog von Helena Seidl da Fonseca, Karina Grömer)

Schülerinnen und Schüler forschten in der Prähistorischen Abteilung zu Kleidungsdesigns aus der Urgeschichte

Das Naturhistorische Museum Wien hat viel zu bieten: die Venus von Willendorf, die größte und älteste Meteoritenschausammlung der Welt und 39 Schausäle, die von der Entstehung der Welt bis zur heutigen Artenvielfalt alles abdecken. Doch was neben der Ausstellung im Naturhistorischem Museum passiert, ist mindestens genauso spannend, wenn nicht sogar noch interessanter. Zumindest wenn es nach den neun 15- bis 18-jährigen Schülerinnen und Schülern aus der HTL Spengergasse, dem Gymnasium/Realgymnasium Stubenbastei und der Höheren Graphischen Bundeslehranstalt geht. Die Prähistorische Abteilung des Naturhistorischen Museums ermöglichte den wissenschaftlich interessierten Jugendlichen diesen Sommer eine aktive Beteiligung an ihrer Forschung hinter den verschlossenen Türen der Schausäle im Zuge eines Talentepraktikums der Forschungsförderungsgesellschaft.
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Die Klapperblechfibel aus Hallstatt (circa 700 v. Chr.) an einer Rekonstruktion einer eisenzeitlichen Kleidung. Foto: NHM Wien

Wrack von 1644 gesunkenem Kriegsschiff in Dänemark entdeckt
Quelle: SZ vom 18.09.2020 (Dpa-infocom / dpa)

Kopenhagen - Meeresarchäologen haben in Dänemark ein mehr als 370 Jahre altes Schiffswrack gefunden. Die Überreste des Kriegsschiffs wurden auf dem Meeresgrund bei Rødbyhavn entdeckt - das ist der dänische Ort, von dem eine Fähre regelmäßig ins deutsche Puttgarden auf Fehmarn übersetzt.

Wie das dänische Wikingerschiffmuseum in Roskilde mitteilte, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um das Schiff "Delmenhorst", das im Oktober 1644 bei einer großen Seeschlacht im Fehmarnbelt an der Stelle versenkt worden war. Das Wrack wurde demnach bereits im Frühjahr bei archäologischen Vorbereitungsarbeiten für den Bau der Fehmarnbeltquerung zwischen Dänemark und Deutschland in nur dreieinhalb Meter Tiefe gefunden und monatelang untersucht. Geborgen werden soll es nicht, sondern an seinem Fundort mit Sand bedeckt und in einen neuen Strandpark eingebettet werden, der dort entsteht.
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Geschichte

Wie das dänische Wikingerschiffmuseum in Roskilde mitteilte, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um das Schiff "Delmenhorst", das im Oktober 1644 bei einer großen Seeschlacht im Fehmarnbelt an der Stelle versenkt worden war. Foto: Morten Johansen/Vikingeskibsmuseet i Roskilde/dpa
Foto: dpa

Alte menschliche Fußabdrücke in Saudi-Arabien ermöglichen Momentaufnahme der arabischen Ökologie vor 120.000 Jahren
Quelle: Max-Planck-Inst. vom 18.09.2020

Neues archäologisches Forschungsprojekt präsentiert die ältesten sicher datierten Nachweise von Menschen auf der arabischen Halbinsel

Unter Verwendung hochauflösender paläoökologischer Informationen, die aus versteinerten Fußabdrücken gewonnen wurden, präsentiert eine neue, in der Zeitschrift Science Advances, veröffentlichte Studie ca. 120.000 Jahre alte menschliche und tierische Fußabdrücke, die in einem prähistorischen Seebett in Nordarabien entdeckt wurden. Die Funde stellen den frühesten Nachweis von Menschen in diesem Teil der Welt dar und zeigen, dass Wanderbewegungen von Menschen und Tieren und die landschaftliche Nutzung eng miteinander verbunden waren.

Die zwischen Afrika und Eurasien gelegene Arabische Halbinsel ist eine wichtige, allerdings bisher noch wenig erforschte, Region, die zu einem besseren Verständnis der menschlichen Evolution auf allen Kontinenten beitragen kann. Jüngste Forschungen, welche die Rolle der Arabischen Halbinsel in der menschlichen Urgeschichte hervorheben, zeigen, dass sich Menschen immer wieder ins Innere der Halbinsel vorwagten, wenn sich karge Wüsten in üppiges Grasland verwandelten. Art und Zeitpunkt dieser Siedlungsbewegungen waren jedoch aufgrund des Mangels an Datenmaterial und schlecht aufgelösten paläoökologischen Daten bisher schwer zu bestimmen.
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Der erste am Alathar-See entdeckte menschliche Fußabdruck und das dazugehörige digitale Höhenmodell (digital elevation model -DEM)

© Stewart et al., 2020

 

Was Forscher auf dem Kulturschutthügel Tell el-Burak im Libanon fanden
Quelle: WELT vom 18.09.2020 (Antonia Kleikamp)

Im Libanon haben Archäologen aus Tübingen und Beirut eine Weinpresse aus der Eisenzeit ausgegraben. Das Verfahren war am Mittelmeer noch bis ins 20. Jahrhundert in Gebrauch.


Mehr als zweieinhalb Jahrtausende lang hat sich bei der Produktion von Wein wenig geändert. Das zeigt eine Entdeckung, die ein Team libanesischer und deutscher Archäologen jetzt bei einer Ausgrabung in Tell el-Burak gemacht hat, knapp 50 Kilometer von Beirut: Sie fanden eine Weinpresse aus der Eisenzeit, die aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. stammt und von den dort lebenden Phöniziern benutzt wurde.

Es handelt sich um ein rechteckiges Becken, in dem Beeren von Arbeitern zertreten wurden. Unterhalb dieses Bassins gibt es ein zweites, halbrundes Becken, in das der Traubensaft floss. Beide Becken bestehen aus grobem Stein und sind mit einem besonderen wasserresistenten Kalkputz ausgekleidet. In manchen Regionen am Mittelmeer wurden noch bis ins beginnende 20. Jahrhundert Weintrauben nach demselben Prinzip ausgepresst; der Begriff dafür – keltern – leitet sich vom lateinischen Verb „calcare“ ab, zu Deutsch: „mit den Füßen treten“.
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Die Weinpresse in Tell el-Burak
Quelle: Ausgrabungsprojekt Tell el-Burak

 

14 Sarkophage in altägyptischer Totenstadt Sakkara entdeckt
Quelle: der Standard vom 21.09.2020 (APA, red)

Die prachtvoll verzierten Särge aus Holz dürften 2.500 Jahre alt sein

In der altägyptischen Grabstätte Sakkara sind 14 weitere Sarkophage entdeckt worden. Die Särge seien rund 2.500 Jahre alt, Archäologen hätten sie bei einer Grabung am Freitag gefunden, teilte das ägyptische Ministerium für Altertümer am Sonntag mit. Erst in der Woche zuvor waren dort 13 Sarkophage aus Holz entdeckt worden.

Die Nekropole Sakkara befindet sich 25 Kilometer südlich der berühmten Pyramiden von Gizeh. Die Stätte gehört zur antiken Stadt Memphis, deren Überreste zum Unesco-Weltkulturerbe zählen.
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Foto: AFP/ Egyptian Ministry of Antiquities
Einer der 14 Holzsarkophage aus Sakkara

 

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