Das Spinnen von Wolle ist eine uralte Kulturtechnik, deren Ursprünge womöglich bis ans Ende der letzten Eiszeit zurückreichen. Angesichts dessen ist die Forschungslage eher übersichtlich. Einige neue und spannende Aspekte über den Gebrauch von Spinnwirteln hat Martha Görlitz vom Landesamt für Denkmalpflege (Oldenburg) herausgefunden und wird ihre Erkenntnisse am Donnerstag, 12. März 2026, im Landesmuseum Hannover vorstellen.

Wie Görlitz nachweisen konnte, haben Menschen in Norddeutschland die Textilerzeugung bereits vor rund zwei Jahrtausenden in Kooperativen organisiert. Dies gilt jedenfalls für die bis in 5. Jahrhundert bestehende Wurtensiedlung Feddersen Wierde, aus der Görlitz 500 Spinnwirtel einer experimental-archäologischen Versuchsreihe unterzogen hat. Derartige Spinnwirtel sind in zahlreichen unterschiedlichen Formen überliefert und dienen als Schwunggewichte für Handspindeln.

Vortragstitel: „Zu den Spinnwirteln, Spinntechniken und textilhandwerklichen Siedlungsstrukturen der Wurtensiedlung Feddersen Wierde, Landkreis Cuxhaven“

Für ihre Forschungsergebnisse, die Grundlage des Vortrags sind, hat Görlitz 2025 den unter anderem vom Landesverein geförderten Studienpreis für Archäologie erhalten. Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Vortragssaal des Landesmuseums. Der Eintritt ist wie immer frei, um Spenden wird gebeten.

Wintervortrag: Alte Spinntechniken – neuer Faden